Robert Schumann-Preis für Dichtung und Musik 2026 an Pēteris Vasks
Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz zeichnet den aus Lettland stammenden Komponisten Pēteris Vasks für sein Lebenswerk mit dem Robert Schumann-Preis für Dichtung und Musik 2026 aus. Die öffentliche Preisverleihung findet am 11. November 2026 um 19 Uhr in der Akademie in Mainz statt.
Aus der Begründung der Jury:
„Pēteris Vasks gehört zu den bedeutendsten Stimmen der zeitgenössischen Musik Europas. Seine Werke sind tief verwurzelt in der lettischen Landschaft, ihrer Geschichte und ihrer spirituellen Dimension. Mit einer unverwechselbaren Klangsprache verbindet er Einfachheit mit emotionaler Tiefe und schafft Musik, die zugleich berührt und zum Innehalten einlädt. In seinen Kompositionen, die immer wieder auf die Überlieferung geistlicher Texte zurückgreifen, spiegeln sich Menschlichkeit, Naturverbundenheit und ein feines Gespür für die Zerbrechlichkeit unserer Welt. Vasks gelingt es, Hoffnung und Schmerz, Stille und Intensität in einen eindrucksvollen musikalischen Dialog zu bringen. Seine Musik spricht eine universelle Sprache, die Grenzen überwindet und Menschen auf der ganzen Welt erreicht. Für sein künstlerisches Schaffen, das auch ein breiteres Publikum anspricht, es fühlen und reflektieren lässt, gebührt Pēteris Vasks höchste Anerkennung.“
Über den Preisträger
Pēteris Vasks wurde 1946 in Aizpute in Lettland geboren. Eine zentrale Rolle nehmen seine Solokonzerte und Werke für Streichorchester sowie für Chor ein. Das 1997 von Gidon Kremer uraufgeführte 1. Violinkonzert „Fernes Licht“ wurde zu einem Schlüsselwerk seines Schaffens: Es verbindet Melancholie mit der Vision einer besseren Welt. Auch „Einsamer Engel“, das 2. Cellokonzert „Klātbūtne“ sowie spätere Konzerte für Viola, Flöte, Englischhorn und Oboe fanden internationale Beachtung. Vasks’ Vokalschaffen besitzt ebenfalls erzählerische und mahnende Kraft. Chorwerke wie „Zemgale“ und „Litene“ erinnern an Deportationen, Gewalt und die sowjetische Fremdherrschaft in Lettland. Zu seinen bekanntesten geistlichen Werken zählen „Pater noster“, „Missa“, „Dona nobis pacem“ und „Da Pacem, Domine“.
International wurde Vasks vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Herder-Preis, dem Baltischen Assemblee-Preis, dem Großen Musikpreis Lettlands, dem Staatlichen Kulturpreis Lettlands, dem Preis der Europäischen Kirchenmusik und dem Opus Klassik als „Komponist des Jahres“. 2025 erhielt er den Großen Musikpreis Lettlands für sein Lebenswerk, 2026 wurde ihm das Große Verdienstkreuz der Republik Lettland verliehen.
„Die meisten Menschen haben heute keinen Glauben, keine Liebe und keine Ideale mehr. Die geistige Dimension geht verloren. Ich will der Seele Nahrung geben. Das predige ich in meinen Werken.“
(Pēteris Vasks)
Robert Schumann-Preis für Dichtung und Musik
Mit dem Robert Schumann-Preis für Dichtung und Musik zeichnet die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Persönlichkeiten für ihr herausragendes Werk auf dem Gebiet der Dichtung und der Musik aus. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Stifter des Preises, der alle zwei Jahre verliehen wird, ist die Mainzer Strecker Stiftung. Bisherige Preisträger:innen sind Pierre Boulez, Wolfgang Rihm, Aribert Reimann, Jörg Widmann, Olga Neuwirth, Heinz Holliger und Adriana Hölszky.
Terminhinweis:
Öffentliche Preisverleihung des Robert Schumann-Preises für Dichtung und Musik 2026 an Pēteris Vasks
11. November 2026, 19:00 Uhr, Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
Anmeldung: Wir bitten um eine kurze formlose E-Mail an: pressestelle@adwmainz.de
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