Hochschule Mittweida ist erste wissenschaftliche Einrichtung bei den Test- und Entwicklungsfahrten des Nürburgrings
Reale „erfahrene“ Daten von der Nordschleife ermöglichen digitale Zwillinge für immersive Simulationen. Die Hochschule Mittweida ist als erste Hochschule Teil der – auch als Industrie-Pool, kurz I-Pool, bekannten – exklusiven Test- und Entwicklungsfahrten auf dem Nürburgring. Im Fokus der mit einem eigenen Fahrzeug gesammelten Daten steht ein Thema, das an Bedeutung gewinnt: Automotive Simulation.
Die Hochschule Mittweida (HSMW), mit über 6.300 Studierenden Sachsens größte Hochschule für angewandte Wissenschaften, ist künftig auch in der „Grünen Hölle“ zuhause. Für Viele steht dieser Begriff oder auch die „Nordschleife“ für spannende Rennen auf dem Nürburgring in der Eifel. Für viele Unternehmen der Automobil- und Zuliefererindustrie ist der Ring aber auch ein weltweit einmaliges Test- und Entwicklungsumfeld für Fahrzeuge und Komponenten. Bei den – auch als Industrie-Pool, kurz I-Pool, bekannten – exklusiven Test- und Entwicklungsfahrten, die der Nürburgring für die teilnehmenden Unternehmen organisiert, ist seit Anfang Juni 2026 die HSMW als erste Hochschule dabei.
Auf dem Weg nach vorne: Automotive Simulation
Mit der Aufnahme in die Test- und Entwicklungsfahrten kann die HSMW nun die einzigartige Infrastruktur und das Knowhow in der Eifel nutzen und ihre Simulationsplattformen auf Augenhöhe mit internationalen Automobilkonzernen entwickeln und erproben. Diese Plattformen sind an der HSMW im Living Lab „Motion Simulation und Softwareentwicklung“ zuhause. Dessen Leiter, Professor Matthias Vodel sagt: „Industrie und Wissenschaft rücken im Bereich Fahrzeugentwicklung und Datenanalyse noch näher zusammen“.
Alle namhaften Autobauer, viele Reifenhersteller und OEM-Zulieferer für wichtige Fahrzeugkomponenten sind Mitglied bei den Test- und Entwicklungsfahrten. Dabei geht es nicht um schnelle Rundenzeiten, sondern um das Verhalten, die Belastbarkeit und Haltbarkeit von Komponenten wie Bremsen, Batterien und Sensoren. Im Fokus der HSMW und ihrer Industriepartner im von der EU und dem Freistaat Sachsen geförderten SAB-InnoTeam-Projekt steht dabei ein Thema, das seit vielen Jahren kräftig und kontinuierlich an Bedeutung gewinnt: Automotive Simulation.
Daten real erfahren für bessere Simulationen
Derzeit nutzt die HSMW einen BMW M2 der aktuellen Generation, finanziert aus Drittmitteln der Industriepartner. Mit dem 530 PS starken Fahrzeug nehmen die Wissenschaftler auf dem Ring reale Fahrdaten auch unter extremen Bedingungen auf. Zuhause im Labor in Mittweida analysieren sie die Daten und legen damit die Grundlage für die KI-basierte, automatisierte Erstellung des digitalen Zwillings. So entstehen im Living Lab „Motion Simulation und Softwareentwicklung“ realitätsnahe Simulationsmodelle von Fahrzeugen inkl. Modelle für Reifen-, Aerodynamik-, Fahrwerk- und den Antriebsstrang. Bessere Simulationen erleichtern die Entwicklung und Einführung von Innovationen im Automotive-Bereich.
Auch eine andere Anwendung hat Vodel im Blick: „Das virtuelle Erlebnis in unseren Simulatoren wird immer intensiver, immer immersiver. Damit wollen wir schon bald die praktische Fahrschulausbildung verbessern.“
Über das Living Lab
Einst studierten in Mittweida berühmte Autobauer: zum Beispiel Audi-Gründer August Horch, Jörgen Skafte Rasmussen (DKW) und Fritz Opel. Heute arbeiten im Living Lab „Motion Simulation und Softwareentwicklung“ an der HSMW Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende aus der (Medien-)Informatik, der Mathematik, dem Maschinenbau und der Elektrotechnik interdisziplinär zusammen.
Das „Living Lab“ kombiniert „lebendig“ Forschung, Studium und Öffentlichkeitsarbeit. Studierende können sich bereits früh im Studium in der Forschung engagieren, und Lehrende können neueste Forschungsergebnisse nahtlos in die Bachelor- und Masterstudiengänge integrieren. Im Living Lab lässt sich aktuelle Forschung auch Menschen außerhalb der Hochschule anwendungsnah vorstellen und begeisternd vermitteln.
Weitere Details und Fotos im Lang-Artikel auf:
https://www.hs-mittweida.de/newsampservice/hsmw-news/news/aktuell/9282/
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. habil. Matthias Vodel
vodel@hs-mittweida.de
https://www.cb.hs-mittweida.de/professoren-innen/informatik/prof-vodel/
Weitere Informationen:
https://www.hs-mittweida.de/newsampservice/hsmw-news/news/aktuell/9282/ Lang-Artikel mit Fotos
https://medieninformatik.hs-mittweida.de/living_lab/ Living Lab der Hochschule Mittweida
Ähnliche Pressemitteilungen im idw