Optische Beschichtungen: Karlsruher Deep-Tech-Startup Rheoo lizenziert neuartiges Beschichtungsverfahren
Das Karlsruher Deep-Tech-Startup Rheoo GmbH kommerzialisiert ein neues Verfahren zur Herstellung nanometerdünner optischer Beschichtungen. Die Technologie zur präzisen Lichtsteuerung wurde in einer Forschungsgruppe am KIT entwickelt und patentiert. Über einen von der Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH begleiteten exklusiven Lizenzvertrag nutzt die Ausgründung das Patent nun kommerziell. Nach erfolgreichen Tests von Industrieproben bei ersten Kunden (TRL 5) bereitet das Unternehmen die Skalierung der Fertigung vor.
Karlsruhe. Große Innovationen beginnen oft im Unsichtbaren. Wer heute durch den Zeiss Innovation Hub auf dem Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) läuft, blickt auf den Entstehungsort neuartiger optischer Technologien. Die Rheoo GmbH zeigt erfolgreich, wie der Transfer aus der akademischen Spitzenforschung in die industrielle Praxis strukturiert gelingen kann.
Seinen Ursprung hat das Startup in einem von der Baden-Württemberg Stiftung geförderten Forschungsprojekt am KIT. Das Team um Gründerin Dr. Qiaoshuang Zhang entwickelte dort ein Verfahren, bei dem feine Schichten im Nanometerbereich mit einem herkömmlichen Farbdrucker übereinandergelegt werden. Dies ermöglicht es, die Reflexion und Übertragung von Licht präzise zu steuern. Anwendungsfelder für solche Beschichtungen reichen von Smartphone-Displays und Kameras über Lasersysteme bis hin zur medizinischen Mikroskopie. Fachpublikationen und Präsentationen auf Industriemessen wie der Hannover Messe stießen auf starke Resonanz in der Wirtschaft, was den Anstoß zur Ausgründung gab.
Für das Spin-off war eine verlässliche IP-Strategie (Intellectual Property) der entscheidende Baustein für den Markteintritt. Das entwickelte Herstellungsverfahren wurde zum Patent angemeldet, welches von der Baden-Württemberg Stiftung gehalten wird. Die Verwertung erfolgt über die Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH, die den exklusiven Lizenzvertrag zwischen der Stiftung und dem Startup verhandelt und begleitet hat. Ergänzend unterstützt das Förderprogramm „EXIST-Forschungstransfer“ die fortlaufende technologische Entwicklung.
Ein wesentlicher Entwicklungsschritt gelang im vergangenen Jahr: Der Technologiereifegrad wurde von Labor-Mustern (TRL 4) auf echte Industrieproben (TRL 5) angehoben. Die an ausgewählte Pilotkunden gelieferten Chargen bestanden die strengen Qualitäts- und Charakterisierungstests der Industrie erfolgreich.
Derzeit arbeitet das Karlsruher Startup mit Partnern aus den Bereichen Automobilindustrie, Sensorik und Unterhaltungselektronik zusammen. Das nächste Ziel ist der Aufbau einer vollautomatisierten Pilotlinie innerhalb des kommenden Jahres, um die Produktionskapazitäten für die weiteren Validierungsphasen der Industriepartner auszuweiten.
Die Entwicklung der Rheoo GmbH demonstriert das Zusammenspiel im baden-württembergischen Innovationsökosystem aus wissenschaftlicher Exzellenz, gezielter Stiftungsförderung und professionellem Schutzrecht-Management.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Julia Mündel
0721 / 79004-37
muendel@tlb.de
Weitere Informationen:
https://rheoo.com
https://www.tlb.de
https://www.bwstiftung.de
https://www.kit.edu
Ähnliche Pressemitteilungen im idw