KI-Expertin Kate Crawford forscht als Distinguished Fellow am Weizenbaum-Institut
International renommierte Wissenschaftlerin ist einen Monat lang Gast am Weizenbaum-Institut und wird über die gesellschaftlichen Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz diskutieren.
Die amerikanische KI-Forscherin Prof. Kate Crawford ist vom 2. August bis 2. September 2026 Distinguished Fellow am Weizenbaum-Institut. Während ihres einmonatigen Forschungsaufenthalts in Berlin tauscht sie sich mit Wissenschaftler:innen des Instituts, aber auch mit der Öffentlichkeit zu gesellschaftlichen Fragen der Künstlichen Intelligenz aus.
Kate Crawford zählt zu den weltweit einflussreichsten Stimmen der Forschung zu den gesellschaftlichen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz. Ihre Arbeit verbindet Informatik, Sozial- und Kulturwissenschaften. In ihren Arbeiten analysiert sie, wie digitale Technologien Machtverhältnisse, gesellschaftliche Ungleichheiten und die materielle Umwelt verändern. Damit weitet sie den Blick über die Technologie hinaus auf die weitreichenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen von KI-Systemen.
Ihr vielfach ausgezeichnetes Buch Atlas of AI gilt als eines der international wichtigsten Werke zur kritischen Erforschung Künstlicher Intelligenz. Es wurde in 14 Sprachen übersetzt und von der Financial Times als eines der besten Bücher des Jahres 2021 ausgezeichnet. Crawford hat damit die internationale Debatte über die gesellschaftlichen Auswirkungen der KI mitgeprägt.
„Mit Kate Crawford begrüßen wir eine der international wichtigsten Wissenschaftlerinnen im Bereich der Künstlichen Intelligenz am Weizenbaum-Institut“, sagt Christoph Neuberger, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Direktor des Weizenbaum-Instituts. „Ihr Forschungsaufenthalt stärkt den internationalen Austausch, den unser Institut bereits seit vielen Jahren organisiert und der neue Perspektiven auf die gesellschaftlichen Herausforderungen der Digitalisierung in Deutschland und der EU eröffnet.“
Mit dem Distinguished-Fellow-Programm lädt das Weizenbaum-Institut international führende Wissenschaftler:innen zu Forschungsaufenthalten nach Berlin ein. Seit der Gründung des Instituts im Jahr 2017 waren bereits mehr als 360 Fellows aus 47 Ländern mit dem Weizenbaum-Institut verbunden. Das Programm fördert internationale Kooperationen und bringt herausragende Perspektiven in die Forschung des Instituts ein.
Während ihres Fellowships wird Kate Crawford außerdem einen öffentlichen Vortrag am Weizenbaum-Institut halten. Weitere Informationen zur Veranstaltung werden gesondert veröffentlicht.
Über Kate Crawford
Prof. Kate Crawford ist Research Professor an der University of Southern California, Senior Principal Researcher bei Microsoft Research in New York und Gastprofessorin für „AI and Justice“ an der École Normale Supérieure in Paris. Sie beriet politische Entscheidungsträger:innen unter anderem im Weißen Haus, im Europäischen Parlament und bei den Vereinten Nationen.
Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit ist Crawford auch als Künstlerin tätig. In ihren Installationen und künstlerischen Arbeiten untersucht sie das Verhältnis von Technologie, Gesellschaft und Macht. Ihre Werke wurden unter anderem im Museum of Modern Art in New York, im Design Museum London und im Rijksmuseum Twenthe gezeigt. Ihre jüngste Arbeit Calculating Empires: A Genealogy of Power and Technology Since 1500 wurde 2025 mit dem Silbernen Löwen der Architektur-Biennale in Venedig sowie dem Großen Preis der Europäischen Kommission ausgezeichnet.
Über das Weizenbaum-Institut
Das 2017 gegründete Weizenbaum-Institut erforscht die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf unsere Gesellschaft. Seine Forschungsthemen reichen von Künstlicher Intelligenz und Plattformökonomie über digitale Demokratie und Nachhaltigkeit bis zu Fragen von Sicherheit, Teilhabe und Gerechtigkeit im digitalen Wandel. Es trägt mit seinen Handlungsempfehlungen dazu bei, dass die digitale Transformation nachhaltig, selbstbestimmt und verantwortungsvoll gestaltet wird. Das Weizenbaum-Institut wird von einem Verbund aus sieben Partnern getragen, dem die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin, die Universität der Künste Berlin, die Universität Potsdam, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) angehören. Finanziert wird das Institut vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Land Berlin. Es hat seinen Standort in Berlin.
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