KI für Hausaufgaben: Je mehr Gleichaltrige KI nutzen, desto mehr würden Eltern für ein Abonnement zahlen
Informationen zu den Risiken von künstlicher Intelligenz verändern die Einstellung von Eltern, nicht aber ihre Zahlungsbereitschaft / Veröffentlichung in PNAS
Viele Eltern stehen dem uneingeschränkten Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) für schulische Aufgaben ambivalent gegenüber: Sie sorgen sich um mögliche Folgen für Lernfähigkeiten, wollen ihrem Kind aber keinen Nachteil verschaffen, wenn andere Jugendliche KI nutzen. Eine neue Studie unter Beteiligung des Exzellenzclusters ECONtribute zeigt, wie stark dieser soziale Druck die Nachfrage beeinflusst. Die Studie mit dem Titel „Social Dynamics of AI Adoption in Parents' Educational Decisions“ ist im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) erschienen.
Für die Studie führte Professor Christopher Roth von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln gemeinsam mit den Professoren Leonardo Bursztyn und Alex Imas sowie dem Doktoranden Aaron Leonard (University of Chicago) und Assistant Professor Rafael Jiménez-Durán (Bocconi University) mehrere Experimente mit rund 2.000 Eltern aus den USA, Kanada und Großbritannien durch. Alle hatten mindestens ein Kind im Alter von 13 bis 18 Jahren. Die Eltern gaben an, welchen Höchstbetrag sie für ein dreimonatiges Premium-Abonnement eines uneingeschränkten KI-Tools zahlen würden, das ihr Kind für schulische Aufgaben nutzen könnte.
Den Eltern wurden vier Szenarien vorgelegt, in denen bereits 20, 40, 60 oder 80 Prozent der anderen Jugendlichen KI für ihre Hausaufgaben nutzten. Mit jedem Anstieg der angenommenen Nutzung um zehn Prozentpunkte erhöhte sich die durchschnittliche Zahlungsbereitschaft um 1,83 US-Dollar. Zwischen dem 20-Prozent- und dem 80-Prozent-Szenario stieg die Bereitschaft der Eltern, für das KI-Abonnement zu zahlen, um mehr als 60 Prozent; das entspricht etwa elf US-Dollar. Rund 20 Prozent der Eltern nannten die Sorge, dass ihre Kinder sonst zurückfallen könnten, als Grund für ihre Entscheidung.
Ein Teil der Eltern erhielt zusätzlich zu Informationen über die kurzfristigen Vorteile von KI auch Informationen zu den langfristigen Risiken. Diese verwiesen auf eine andere Feldstudie, in der Schülerinnen und Schüler während mehrerer Mathematikübungen Zugang zu GPT-4 erhielten. In anschließenden Mathematiktests ohne KI erzielten sie knapp 20 Prozent niedrigere Punktzahlen als Schülerinnen und Schüler, die ohne KI geübt hatten.
Diese Information änderte zwar die Einstellung der Eltern gegenüber der Technologie, veränderte die Zahlungsbereitschaft jedoch praktisch nicht. Stattdessen stieg die Unterstützung für schulweite Regeln oder Verbote von 44 auf 57 Prozent.
„Unsere Studie legt nahe, dass sozialer Druck die Verbreitung neuer Technologien beschleunigen kann, noch bevor deren langfristige Folgen vollständig verstanden sind“, erklärt Roth. „Risikoinformationen verändern zwar die Einschätzung der Eltern, nicht aber ihre individuelle Zahlungsbereitschaft, um ihren Kindern bessere KI-Modelle zur Verfügung zu stellen.“
ECONtribute: Markets & Public Policy
Der Exzellenzcluster ECONtribute, getragen von den Universitäten in Bonn und Köln, beschäftigt sich mit drängenden gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen wie globalen Finanzkrisen, steigender Ungleichheit, politischer Polarisierung, Digitalisierung und dem Klimawandel. Wissenschaftler*innen aus den Wirtschaftswissenschaften und verwandten Disziplinen entwickeln innovative Ansätze, um Märkte und Politik zu analysieren und Antworten auf solche Herausforderungen zu finden.
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Professor Dr. Christopher Roth
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Originalpublikation:
https://doi.org/10.1073/pnas.2533193123
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