Windenergieforschung: Das Testzentrum Tragstrukturen Hannover (TTH) wird modernisiert und erweitert
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie investiert rund 11,6 Millionen Euro in den Ausbau einer zukunftsfähigen Infrastruktur für die Energiewende
Eine neue Halle mit Prüfmöglichkeiten bis zu 10 Meganewton, eine verbesserte Ausstattung der Grundbauversuchsgrube und modernste Messtechnik, um den immer größer werdenden Windenergieanlagen gerecht zu werden: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) investiert 11,6 Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung des Testzentrums Tragstrukturen (TTH) der Leibniz Universität Hannover (LUH). Die Förderung ermöglicht den weiteren Ausbau der Großinfrastruktur und eine deutlich verbesserte technische Ausstattung in enger Kooperation von fünf Instituten der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie an der LUH mit dem Verbundpartner, dem Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES).
Das TTH in Hannover-Marienwerder ist seit 2014 eine weltweite Anlaufstelle für experimentelle Untersuchungen von Tragstrukturen und Gründungselementen im On- und Offshore-Bereich und ist in zahlreiche nationale und internationale Forschungsvorhaben eingebunden. Mit der Förderung des BMWE wird die Infrastruktur am TTH weiter für die Energiewende ausgebaut, damit das Zentrum künftig flexibler auf aktuelle Fragestellungen der Energiewende eingehen kann und dazu beiträgt, Windenergieanlagen noch sicherer und effizienter zu machen.
Das TTH verfügt über die weltweit größte Grundbauversuchsgrube, die rund 1.250 Kubikmeter Sandboden fasst. Hier sind bereits jetzt Experimente an Tragstrukturen im großen Maßstab möglich. Mit der Investition des BMWE soll die Grundbauversuchsgrube teilautomatisiert werden. Das bedeutet, dass der Boden künftig automatisch geglättet und verdichtet werden kann, was zu einer erheblichen Zeitersparnis bei der Prüfung geschichteter Böden und hoher Lagerungsdichten führen soll. Gleichzeitig ermöglicht das System neue Prüftechniken für noch höhere Lasten.
Darüber hinaus soll eine weitere Halle mit neuen Maschinen hinter dem TTH entstehen. Hier bietet das Zentrum künftig modernste Messtechnik mit Prüfmöglichkeiten bis zu 10 Meganewton, um dem kontinuierlichen Größenwachstum von Windenergieanlagen bestmöglich Rechnung zu tragen. Mit den Ergebnissen sollen Berechnungsmodelle validiert, die Strukturen optimiert und so die Tragsicherheit verbessert werden.
„Dieser Erfolg zeugt von dem Vertrauen, das das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie der LUH als langjährig etabliertem und erfolgreichem Zentrum der Windenergieforschung entgegenbringt“, erklärt Prof. Dr. sc. ETH Elyas Ghafoori, Leitender Direktor des TTH und Leiter des Instituts für Stahlbau.
„Wir blicken auf zwölf Jahre spannende Forschung mit einmaliger Großversuchstechnik, vollständig aus Drittmitteln finanziert, zurück und freuen uns auf neue Herausforderungen“, ergänzt Prof. Dr.-Ing. habil. Raimund Rolfes, Mitgründer des TTH, Leiter des Instituts für Statik und Dynamik sowie Sprecher des Sonderforschungsbereichs Offshore-Megastrukturen an der LUH.
Über das TTH
Am TTH sind fünf Institute der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie beteiligt und im Direktorium vertreten. Den Beirat bilden weitere Mitglieder der LUH, des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme sowie verschiedener Unternehmen der Windenergiebranche. Neben dem TTH sind am Standort Marienwerder weitere herausragende Forschungseinrichtungen beheimatet, wie unter anderem das Forschungszentrum Küste mit dem weltweit einzigartigen Großen Wellenströmungskanal. Im TTH selbst befindet sich außerdem die Abteilung Tragstrukturen des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme (IWES), das GeCoLab des Instituts für Antriebssysteme und Leistungselektronik sowie ein Koordinationsbüro des Zentrums für Windenergieforschung ForWind.
Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen stehen Ihnen Prof. Dr. sc. ETH Elyas Ghafoori, Institut für Stahlbau, unter Telefon +49 511 762 2437 oder per E-Mail unter ghafoori@stahl.uni-hannover.de und Prof. Dr.-Ing. habil. Raimund Rolfes, Institut für Statik und Dynamik, unter Telefon +49 511 762 2992 oder per E-Mail unter r.rolfes@isd.uni-hannover.de gern zur Verfügung.
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