Das Projekt StartDual.international der DHBW Karlsruhe ebnet Wege ins duale Studium
Internationale Nachwuchskräfte für die Region
Das Programm StartDual.international der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe organisiert die Vermittlung von ausländischen Studien- und Ausbildungsinteressierten an deutsche Unternehmen und begleitet beide Seiten auf dem Weg zu einem erfolgreichen Ausbildungsverhältnis. Das von der Helga Schulz-Zöller Stiftung finanzierte Projekt legt neben der fachlichen Studienvorbereitung einen besonderen Schwerpunkt auf die persönliche und kulturelle Integration der Teilnehmenden.
Um teilnehmen zu können, bringen die Bewerber*innen bereits sehr gute Deutschkenntnisse mit (mindestens Sprachniveau B2 (DSD II) oder ein deutsches/internationales Abitur wie das DIAP) sowie eine gültige Hochschulzugangsberechtigung.
Neben der professionellen Unterstützung im Bewerbungsprozess und der Begleitung in allen Lebensbereichen sammeln die Teilnehmenden im Rahmen eines Praktikums bei ihrem Dualen Partner schon vor Beginn des Studiums wertvolle praktische Erfahrungen.
Zurzeit nehmen Mateo aus Bolivien und Fernando aus Mexiko am Programm teil. Beide absolvierten ihr Abitur an einer Deutschen Auslandsschule und sind derzeit als Trainees am Institut für Technische Physik (ITEP) des KIT tätig. In einem Interview berichten sie von ihren Erfahrungen.
Könnt ihr euch kurz vorstellen? Wo kommt ihr her und wie sah euer Weg nach Deutschland aus?
Mateo: Ich bin 19 Jahre alt und komme aus Bolivien. Ich habe dort die Deutsche Schule Mariscal Braun besucht und mein Abitur gemacht. Während dieser Zeit habe ich mich intensiv auf ein Studium in Deutschland vorbereitet – vor allem in Mathematik, Naturwissenschaften und Deutsch.
Fernando: Ich bin ebenfalls 19 Jahre alt und komme aus Puebla in Mexiko. Die Bewerbung für Deutschland war für mich Traum und Herausforderung zugleich. In den Gesprächen mit dem Unternehmen und der Hochschule musste ich meine Kenntnisse und meine Motivation zeigen. Dass ich bereits Deutsch konnte und ein klarer Plan da war, hat enorm geholfen. Heute bin ich froh, diesen Traum Schritt für Schritt zu verwirklichen.
Wie kommt es, dass ihr in eurem Heimatland auf eine Deutsche Schule gegangen seid?
Beide sind sich einig: Die Eltern sahen den Besuch der Deutschen Schule als wertvolle Investition in die Zukunft, um ihren Kindern eine internationale Ausbildung mit guten Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. Neben der Sprache bekamen sie dort früh Einblicke in das deutsche Bildungssystem und die Kultur.
Fernando: Es war auch eine Chance, viele unterschiedliche Menschen und Perspektiven kennenzulernen. Das hat mich persönlich sehr geprägt.
Wie seid ihr auf StartDual.international aufmerksam geworden und was hat euch überzeugt, euch zu bewerben?
Mateo: Ich habe über die Berater an meiner Schule von StartDual erfahren und ich fand die Kombination aus Studium und praktischer Arbeit sofort interessant. Außerdem bietet das Programm internationalen Studierenden Unterstützung beim Start in Deutschland, was den Einstieg deutlich erleichtert und man ist nicht auf sich allein gestellt.
Fernando: Mich hat besonders die Möglichkeit überzeugt, gleichzeitig zu studieren und praktische Berufserfahrung zu sammeln. Ich kann mein Wissen direkt im Unternehmen anwenden und bekomme dafür sogar eine Vergütung.
Welche Erwartungen und Bedenken hattet ihr vor der Abreise?
Mateo: Ich habe erwartet, viel zu lernen, neue Menschen kennenzulernen und mich persönlich weiterzuentwickeln. Natürlich hatte ich auch Bedenken – vor allem wegen der Sprache im Berufsalltag, der neuen Umgebung und der Entfernung zur Familie. Aber ich wusste, dass diese Erfahrung mich wachsen lassen würde.
Was hat euch in den ersten Wochen besonders geholfen?
Mateo: Sehr geholfen haben mir die Unterstützung durch das Start.Dual-Team, da wir alle bürokratischen Prozesse zusammen gemacht haben. Die Mitarbeiterinnen haben uns immer unterstützt und dadurch habe ich mich schnell willkommen gefühlt.
Fernando: Der Umzug nach Deutschland war für mich ein großer Schritt und eine große Veränderung. Besonders geholfen hat mir das Gemeinschaftsgefühl an der DHBW. Ich habe schnell andere Studierende und Kolleginnen und Kollegen kennengelernt. Dadurch habe ich mich in Karlsruhe schon nach kurzer Zeit wohlgefühlt.
Welche Erfahrungen habt ihr bereits bei eurem Dualen Partner gesammelt?
Mateo: Wir arbeiten am Institut für Technische Physik (ITEP) am KIT. Ich konnte bereits verschiedene Aufgaben kennenlernen und mein Vorwissen erweitern. Ich habe Einblicke in die Arbeitsabläufe bekommen, Verantwortung übernommen und viel über Projektarbeit und Teamarbeit gelernt.
Fernando: Ein Highlight für mich war, dass ich im Rahmen der Arbeit bereits innerhalb Deutschlands reisen und an Workshops teilnehmen durfte. Das hat meine fachliche und persönliche Entwicklung geför-dert. Die Verbindung von Theorie und Praxis ist genau das, was das duale Studium ausmacht.
Leben in Karlsruhe & persönliche Entwicklung
Wie habt ihr eure ersten Wochen in Karlsruhe erlebt?
Mateo: Die ersten Wochen waren spannend und gleichzeitig herausfordernd. Es gab viel Neues zu entdecken, aber ich habe mich schnell eingelebt. Wir haben neue Leute kennengelernt und auch neue Freunde gemacht.
Gibt es etwas, das euch an Deutschland oder Karlsruhe überrascht hat?
Mateo: Mich hat überrascht, wie gut der öffentliche Nahverkehr organisiert ist und wie viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind. Außerdem finde ich die Sauberkeit und Ordnung beeindruckend.
Habt ihr bereits einen Lieblingsort in Karlsruhe?
Mateo: Ich gehe gerne in den Schlossgarten. Dort kann man spazieren gehen, Sport machen oder einfach entspannen.
Fernando: Mein Lieblingsort ist ganz klar der Karlsruher Zoo. Außerdem besuche ich gerne die Kunstmuseen in der Nähe des Schlosses. Dort kann man immer etwas Neues entdecken oder einfach entspannen, allein oder mit Freunden.
Habt ihr Heimweh? Vermisst ihr etwas aus eurem Heimatland?
Mateo: Ja, manchmal vermisse ich meine Familie und meine Freunde. Auch das bolivianische Essen fehlt mir gelegentlich. Trotzdem fühle ich mich hier wohl und sehe diese Zeit als große Chance.
Welche Herausforderungen hat der Auslandsaufenthalt für euch mit sich gebracht – und was habt ihr dabei über euch selbst gelernt?
Mateo: Die größte Herausforderung war, mich an ein neues Land und eine neue Arbeitskultur zu gewöhnen. Ich musste lernen, viel selbstständiger zu werden, da ich zum ersten Mal allein weit weg von meiner Familie gelebt habe. Mit der Zeit habe ich gelernt, meinen Alltag selbst zu organisieren, Verantwortung zu übernehmen und neue Anforderungen eigenständig zu lösen. Dabei habe ich versucht, offenzubleiben, Fragen zu stellen und aus jedem Schritt zu lernen.
Fernando: Jeder Tag bringt neue Eindrücke und unerwartete Situationen mit sich. Besonders habe ich gelernt, selbstständig zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Außerdem habe ich gemerkt, wie wichtig Teamarbeit, Durchhaltevermögen und Flexibilität sind. Diese Erfahrungen helfen mir nicht nur im Studium, sondern auch im Beruf und im Alltag.
Blick in die Zukunft
Welche Ziele habt ihr für euer Studium und eure berufliche Zukunft?
Mateo: Ich möchte mein duales Studium erfolgreich abschließen, möglichst viele praktische Erfahrungen sammeln und später als Wirtschaftsingenieur in einem internationalen Unternehmen arbeiten.
Welchen Rat würdet ihr jungen Menschen aus dem Ausland geben, die ebenfalls ein duales Studium in Deutschland absolvieren möchten?
Mateo: Keine Angst vor neuen Herausforderungen zu haben! Man sollte offen sein, viel Deutsch sprechen und jede Gelegenheit nutzen, Neues zu lernen. Man wächst nicht nur fachlich, sondern wird selbstständiger und sammelt Erfahrungen, die einen ein Leben lang begleiten.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Désirée Grandré
Projektleiterin StartDual.international
Tel.: 0721 / 9735 758
Mail: desiree.grandre@dhbw-karlsruhe.de
Weitere Informationen:
https://www.karlsruhe.dhbw.de/startdualinternational.html
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