Leipziger Spitzensport-Forschungsinstitut besucht Longboard-Labor der Hochschule Heilbronn
• Longboard Dancing & Freestyle erstmals wissenschaftlich systematisch an Hochschule Heilbronn erforscht – Pionierort für Forschung, Training und KI-Trickerkennung
• Führung des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig informierte sich über Heilbronner Forschung und Transfermöglichkeiten in den Spitzensport
Longboard Dancing & Freestyle ist wissenschaftlich bislang ein weitgehend unerforschtes Terrain. Genau das ändert das Team um Professor Wendelin Schramm mit seinem Reallabor für Longboarding und Skateboarding am GECKO-Institut für Medizin, Informatik und Ökonomie der Hochschule Heilbronn (HHN). Seit fünf Jahren wird dort trainiert, geforscht und entwickelt – inklusive eigens gebauter Longboards sowie einer umfangreichen Videodatenbank mit mehr als 2.900 Aufnahmen, die als Trainingsmaterial und zur Validierung von KI-Modellen dienen.
Auf diese Arbeit ist nun auch das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) Leipzig aufmerksam geworden. Die Institutsleitung des IAT Leipzig besuchte das Reallabor im Karl-Heinz-Losch-Rollsportstadion des Rollschuh- und Eislaufvereins Heilbronn. Zur Delegation gehörten Dr. Marc-Oliver Löw, Dr. Ingo Sandau und Dr. Niklas Noth, die sich vor Ort über die Forschung, die KI-gestützte Trickerkennung und weitere Entwicklungsmöglichkeiten informierten.
Verletzungsstudie mit überraschenden Ergebnissen
Ein zentraler Meilenstein ist Professor Schramms aktuell abgeschlossene internationale Verletzungsstudie (Longboarding Injury Surveillance Study). Sie liefert erstmals systematische und überraschende Erkenntnisse zu Sportverletzungen beim Longboard Dancing & Freestyle und schafft damit eine belastbare wissenschaftliche Grundlage für die weitere Erforschung und Einordnung der Sportart. Über ein Jahr lang dokumentierten 84 Teilnehmer aus 29 Nationen 3.640 Longboard-Dancing-&-Freestyle-Einheiten. Erste ausgewertete Ergebnisse zeigen, dass Longboard Dancing & Freestyle weniger verletzungsanfällig erscheint als etwa Fußball. „Unsere Ergebnisse schaffen eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die weitere Entwicklung von Longboard Dancing & Freestyle – im Training, in der Prävention und in der öffentlichen Wahrnehmung der Sportart“, erklärt Professor Schramm.
KI erkennt Tricks und Bewegungen
Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs war die KI-Forschung. Das Team der HHN hat bereits mehr als 2.900 Videoaufnahmen produziert, die als Trainingsmaterial und zur Validierung von KI-Modellen dienen. Auf dieser Grundlage wird unter anderem an einer KI-gestützten Erkennung von Skateboard-Tricks und Bewegungsabläufen gearbeitet.
Für das IAT ist besonders interessant, wie die Daten aus dem Reallabor für die Trainingswissenschaft nutzbar gemacht werden können. „Die Verbindung aus einem realen Trainingsort, wissenschaftlicher Forschung und KI-gestützter Bewegungsanalyse ist faszinierend und vielversprechend. Das vorhandene Videomaterial bietet eine spannende Grundlage, um gemeinsam über neue Anwendungen für Training und Leistungssport nachzudenken“, sagt Dr. Marc-Oliver Löw, Leiter des IAT Leipzig.
Austausch mit Perspektive
Der Besuch markiert damit einen wichtigen Schritt für die weitere Vernetzung der HHN-Forschung mit dem deutschen Spitzen- und Nachwuchsleistungssport. Im Mittelpunkt des Austauschs standen mögliche Kooperationen, der Transfer der Forschung in die Trainingspraxis und die Weiterentwicklung der KI-basierten Bewegungsanalyse.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Wendelin Schramm
Forschungsprofessor für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement
https://www.hs-heilbronn.de/de/wendelin.schramm
wendelin.schramm@hs-heilbronn.de
Weitere Informationen:
https://www.hs-heilbronn.de/de/IAT-im-Longboard-Lab Pressemitteilung
https://www.hs-heilbronn.de/longboard-skateboard-lab weitere Infos zum Lab und zur Studie
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