Leibniz-Gemeinschaft stärkt KI-Infrastrukturen für Spitzenforschung
Das Bundesforschungsministerium fördert drei Vorhaben für eine nachhaltig angelegte, leistungsfähige Forschungsinfrastruktur für moderne Methoden der Künstlichen Intelligenz. Die Vorhaben sollen zudem dazu beitragen, internationale Spitzenforscherinnen und -forscher zu gewinnen.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms (engl. Global Minds Initiative Germany) drei Vorhaben der Leibniz-Gemeinschaft zum Aufbau einer nachhaltig angelegten, leistungsfähigen Forschungsinfrastruktur für die Entwicklung und Anwendung moderner Methoden der Künstlichen Intelligenz mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 14,9 Millionen Euro. Die Vorhaben in den Lebenswissenschaften, der Gesundheits- und Präventionsforschung sowie den Materialwissenschaften und der Verfahrenstechnik sind strategisch aufeinander abgestimmt und eng mit der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) verknüpft.
Damit baut die Leibniz-Gemeinschaft ihre Forschungsinfrastrukturen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) gezielt aus. Mit der Förderung entstehen an mehreren Standorten leistungsfähige, auf Dauer angelegte Infrastrukturen, die datenintensive und interdisziplinäre Forschung mit modernen KI-Methoden ermöglichen. Zugleich tragen sie unmittelbar dazu bei, internationale Spitzenforschende zu gewinnen.
Strategisch zielt die Initiative darauf, die größtmögliche Wirkung für die Leibniz-Gemeinschaft zu entfalten, indem mehrere Standorte auf ein gemeinsames Ziel einzahlen: den Ausbau wissenschaftlicher KI-Infrastrukturen. Damit greift sie ein zentrales Anliegen der HTAD auf. Die drei geförderten Vorhaben stärken KI als Querschnittstechnologie in Forschungsfeldern mit hoher wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz und leisten zugleich einen Beitrag zur nachhaltigen Verfügbarkeit und Nutzung von Forschungsdaten.
Dazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär: „Mit der direkten Förderung der außeruniversitären Forschungseinrichtungen als flankierende Maßnahme des 1.000-Köpfe-Plus-Programms investieren wir in unsere wissenschaftliche Infrastruktur. Damit stärken wir die deutsche Position in der internationalen Spitzenforschung und im Wettbewerb um die besten Köpfe der Wissenschaft. Genau diese brauchen wir für das Gelingen der Hightech Agenda Deutschland, um Wirtschaft und Wohlstand in Deutschland zu stärken. Ich danke der Leibniz-Gemeinschaft für ihr großes Engagement im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms.“
„Wer moderne KI in der Forschung entwickeln und anwenden will, braucht leistungsfähige und verlässliche Infrastrukturen“, sagt der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Christoph M. Schmidt. „Mit den geförderten Vorhaben schaffen wir nachhaltige Rechenkapazitäten, die es ermöglichen, verteilte Forschungsdaten zu erschließen und zu verknüpfen. Zugleich stärken sie Kooperationen und tragen dazu bei, die Leibniz-Gemeinschaft im internationalen Wettbewerb sichtbar weiter voranzubringen.“
Das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle (Saale) koordiniert gemeinsam mit weiteren Leibniz-Einrichtungen den Aufbau einer KI-Infrastruktur für die Hightech-Phänotypisierung in den Lebenswissenschaften. Das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften - ISAS in Dortmund entwickelt gemeinsam mit Partnerinstitutionen eine neue GPU-Recheninfrastruktur, also Hochleistungsrechner mit spezialisierten Grafikprozessoren für KI-Anwendungen, für die Gesundheits- und Präventionsforschung. Das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik in Berlin baut gemeinsam mit weiteren Leibniz-Einrichtungen eine KI-Infrastruktur für materialwissenschaftliche und verfahrenstechnische Forschung auf. Alle drei Vorhaben sind jeweils in größere institutsübergreifende Verbünde eingebettet.
Ergänzend dazu unterstützt ein übergreifendes Vernetzungsvorhaben die Zusammenarbeit und den Austausch der drei Konsortien zu Betreibermodellen, Zugangsregelungen, IT-Sicherheit, Datenschutz und digitaler Souveränität. Schloss Dagstuhl – Leibniz-Zentrum für Informatik stellt hierfür eine Plattform für die fachliche und organisatorische Vernetzung bereit.
Die drei Initiativen stärken die KI-Kompetenzen der Leibniz-Gemeinschaft standortübergreifend und schaffen neue Voraussetzungen für Kooperation, Datennutzung und Transfer. Sie sind zugleich mit laufenden Verfahren zur Gewinnung international sichtbarer Spitzenforschender verbunden.
Weitere Informationen zu den drei geförderten Vorhaben:
• Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie: https://www.ipb-halle.de/artikel/ki-infrastruktur-lebenswissenschaften-hightech-phaenotypisierung
• Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften - ISAS: https://www.isas.de/kompakt/ki-agent-biomedizin
• Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik: https://www.fv-berlin.de/infos-fuer/medien-und-oeffentlichkeit/news/ki-forschung-in-der-leibniz-gemeinschaft-das-weierstrass-institut-erhaelt-knapp-5-mio-eur-zusaetzliche-bundesmittel-fuer-den-aufbau-einer-ki-recheninfrastruktur
Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft
Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 – 471
Mobil: 0174 / 310 81 74
herbort@leibniz-gemeinschaft.de
Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 96 eigenständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Lebens-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, vernetzen sich in übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, insbesondere mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf technologisch relevanter Forschung und aktivem Technologietransfer: Leibniz-Institute bringen innovative Entwicklungen gezielt in die Anwendung und fördern durch Kooperationen mit Wirtschaft und Industrie die Umsetzung neuer Technologien in die Gesellschaft. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 21.400 Personen, darunter 12.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Finanzvolumen liegt bei gut 2,3 Milliarden Euro.
www.leibniz-gemeinschaft.de
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