„Von Campus bis Cloud – souverän vernetzt“
Wie können Hochschulen und Forschungseinrichtungen ihre Informationsinfrastrukturen nachhaltig, leistungsfähig und souverän gestalten? Dieser Frage widmet sich die gemeinsame Tagung von DINI e.V. und ZKI e.V. vom 7. bis 10. September 2026 im C.A.R.L. der RWTH Aachen. Unter dem Motto „Von Campus bis Cloud – souverän vernetzt“ spannt die Tagung den Bogen von digitalen Infrastrukturen und Cloud-Diensten über Open Source und digitale Souveränität bis hin zu Identitätsmanagement, Open Access und konkreten Lösungen für den Hochschulalltag.
Von strategischen Fragestellungen über technologische Konzepte in die Praxis
Um der Bedeutung nachhaltiger Informationsinfrastrukturen für Hochschulen und Forschungseinrichtungen Rechnung zu tragen, wird die diesjährige Herbsttagung zentraler Treffpunkt für Expertinnen und Experten, die sich mit digitaler Transformation und moderner IT befassen. Innovative Ideen, technologische Entwicklungen und strategische Konzepte für die Zukunft der Wissenschaft werde diskutiert werden. Der Fokus liegt auf Vernetzung, Austausch und gemeinsamer Weiterentwicklung.
Souveräne Cloud & Digitale Souveränität
In einer Welt, in der immer mehr Anwendungen und Forschungsdaten in Cloud-Dienstleistungen landen, stellt sich die Frage nach Kontrolle, Sicherheit und Unabhängigkeit. Was bedeutet Souveränität im Kontext von Cloud-Nutzung überhaupt? Ist es möglich, eine Cloud-Dienstleistung souverän zu nutzen?
In den letzten beiden Jahren rückte „Digitale Souveränität” als Konzept, das aus politischen und wirtschaftlichen Erwägungen herausgetrieben wird, weit in den Fokus: von der öffentlichen Verwaltung über Hochschulen und Forschung bis hin zur Politik. Dies kulminiert unter dem Aspekt der Künstlichen Intelligenz nicht nur durch eine extrem hohe Dynamik, die primär kommerziell getrieben ist, sondern ist auch ganz konkret und greifbar: Der technische Rückstand zu amerikanischen und chinesischen, kommerziell oder staatlich getriebenen Innovatoren, Infrastrukturdefizite und noch fehlende, durchdringende politische Maßnahmen führen zu generellen Herausforderungen, hohen Kosten oder Kontrollverlusten im Hochschulbetrieb.
Auf übergeordneter Ebene geht es um „Souveräne KI“. Im Hochschulbetrieb geht es überhaupt um die Möglichkeit, Angebote zu schaffen, um Forschung und Lehre an den eigenen Einrichtungen oder überregionalen akademischen Versorgern mit konkurrenzfähigen, aber kontrollierbaren Angeboten zu versorgen.
Aktuelle Entwicklungen: Digitale Hochschule NRW am Beispiel Cloud & Sourcing
Die Hochschulen in NRW haben Anfang 2026 mit der Verabschiedung der Cloud- und Sourcing-Strategie im Rahmen der Digitalen Hochschule NRW ein neues Kapitel des langfristigen Betriebs von IT-Infrastruktur und landesweiten Diensten aufgeschlagen. Geplant ist die Konzentration von Hardware für Standardanwendungen an zwei Standorten und deren Bereitstellung über einen IaaS-Dienst. Zudem wird der Aufbau eines Serviceportfoliomanagements sowie der Auf- und Ausbau von landesweiten Diensten für alle Hochschulen in NRW erfolgen.
Open Source IT-Stacks: OSVDI - Digitale Souveränität machen
Ausgehend von den aktuellen Problemen digitaler Märkte motiviert die Entwicklung einer Open Source Virtual Desktop Infrastructure als Ergänzung eines fehlenden (Standard-) Bausteins. VDI/DaaS bildet einen wichtigen Baustein moderner IT. Erste stabil laufende Prototypen zeigen sowohl hardwarebeschleunigte VMs verschiedener Betriebssysteme als auch den schnellen Transport hoch aufgelöster Desktops für den Fernzugriff. Im Fokus stehen nachhaltige IT-Service-Märkte, digitale Souveränität sowie langfristige Finanzierung.
Föderiertes IDM: für ein föderiertes Diensteportfolio
Unterschiedliche Ansätze, mit denen sich die Länder im Bereich des föderierten Identity Managements (IDM) aufstellen fließen in einen übergeordneten nationalen Kontext ein. Im Fokus steht dabei die Ausgestaltung in Nordrhein-Westfalen im Vergleich mit anderen Bundesländern. Für föderierte (Community-)Dienste sind gemeinsame Rahmenbedingungen, abgestimmte Zugangsmodalitäten und verlässliche föderative Strukturen notwendig. Landesweite IDM-Strukturen bilden eine wichtige Brücke zwischen einzelnen Hochschulen, Länderstrukturen und einer nationalen Dienste- und Föderationslandschaft.
DSGVO praxisnah: Der Hochschul-Mustervertrag zur Auftragsverarbeitung
Auftragsverarbeitung gehört zum Alltag an Hochschulen – sei es beim Einsatz von IT-Dienstleistern, Cloud-Anbietern oder der Auslagerung von Verwaltungsaufgaben. Damit diese Zusammenarbeit mit externen Partnern sicher und DSGVO-konform erfolgt, sind klare vertragliche Regelungen unverzichtbar. Genau hier setzt der Hochschul-Mustervertrag des ZKI an: als leicht anwendbares Vertragsmuster, das die gesetzlichen Anforderungen aus Art. 28 DSGVO erfüllt, Verantwortlichkeiten eindeutig klärt und den formalen Schutz personenbezogener Daten gewährleistet.
Open Access in Europa: ein Blick nach Belgien und Niederlande
DINI fokussiert sich an einem Veranstaltungstag darauf, warum sich die DFG – gemeinsam mit anderen europäischen Fördergebern - als „country-level member“ bei Open Research Europe (ORE) engagiert, welche langfristigen strategischen Ziele dadurch verfolgt werden und was die Konsequenzen für Forschende an deutschen Wissenschaftseinrichtungen sind.
Beispiele aus Belgien und der Niederlande zeigen Ziele und den aktuellen Stand nationaler Projekte. BeDiamond zielt auf die Errichtung einer nationalen Diamond Open Access Stiftung für Belgien ab, die auch gezielt eine euregionale Ausrichtung haben soll. Ein weiterer Vortrag stellt die Vorzüge und Besonderheiten des wissenschaftsgeleiteten PRC-Modells (Publish – Review – Curate) des Open-Access-Publizierend dar und gibt einen Ausblick auf ein nationales PRC-Projekt in den Niederlanden.
DINI – Preisverleihung: „Hochschulen nachhaltiger gestalten“
Bei der Preisverleihung am 10.09.2026 werden die Gewinnerinnen und Gewinner des studentischen DINI-Wettbewerbs ausgezeichnet. Prämiert werden innovative Projektideen, die Hochschulen nachhaltiger gestalten – von ressourcenschonenden digitalen Lösungen über Konzepte für Studium und Lehre bis hin zu Ideen für nachhaltige Infrastruktur und verantwortungsvollen Technologieeinsatz. Die Veranstaltung würdigt das Engagement der Studierenden und zeigt, wie kreative Ansätze die Hochschule der Zukunft mitgestalten können.
Vom Hörsaal 4.0 zum Campus 4.0 – Perspektiven für den Lernraum Hochschule
Die RWTH Aachen bringt im Projekt „Hörsaal 4.0" ihre Hörsäle auf einen einheitlichen Standard: Touchpanel-Steuerung, Hörsaal-PCs, Dokumentenkameras sowie Aufzeichnung und Streaming mit direkter Anbindung an RWTHmoodle. Ein Erfahrungsbericht über das Zusammenspiel von Bedarfserhebung, Standardisierung, Rollout und Supportstrukturen, zeigt welche Anforderungen daraus an Netz, Betrieb und Support erwachsen - mit Stolpersteinen und Ausblick.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Projektleitung:
Daniel Bündgens , IT Center RWTH Aachen
Dunja Gath, IT Center RWTH Aachen
Nicole Kaminski, IT Center RWTH Aachen
Prof. Dr. Matthias S. Müller, IT Center RWTH Aachen
Dr. Jochen Johannsen, Universitätsbibliothek, RWTH Aachen
Programmkomitee:
Daniel Bündgens, IT Center RWTH Aachen (Vorstand ZKI e.V.)
Dr. Rainer Bockholt, HRZ Universität Bonn (Vorstand ZKI e.V.)
Yvonne Broska, Universitätsbibliothek RWTH Aachen
Sarah Decker Grzemski, IT Center RWTH Aachen
Dunja Gath, IT Center RWTH Aachen
Dr. Jochen Johannsen, Universitätsbibliothek, RWTH Aachen
Nicole Kaminski, IT Center RWTH Aachen
Dr. Peter Kostädt, Universität Potsdam (Vorstand DINI e.V.)
Boguslaw Malys, IKMZ/Multimediazentrum der BTU Cottbus (Vorstand AMH e.V.)
Sören Lorenz, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Vorstand DINI e.V.)
Claudia Walther, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (Geschäftsstelle DINI e.V.)
Weitere Informationen:
https://Allgemeine Informationen und das Programm
https://www.zki.de/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltung/zki-herbsttagung-2026
https://dini-zki-2026.de
https://www.itc.rwth-aachen.de/
https://www.ub.rwth-aachen.de/
https://Einladungsvideo
https://www.youtube.com/watch?v=9nXRfXvnnJ8
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