41,3 Millionen Euro für die Wasserstoffzukunft: „H2 Solution Lab“ geht in die Errichtungsphase
Das Projekt „H2 Solution Lab“ für den Bau eines zukunftsweisenden Wasserstofflabors an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen schreitet weiter voran. Am 27. August 2026 war Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, in Vertretung von Wirtschaftsministerin Mona Neubaur MdL, am Campus zu Gast und übergab den Förderbescheid über 37,2 Millionen Euro für die Errichtungsphase. Das Labor soll 2029 seinen Betrieb aufnehmen. Die Förderung erfolgt im Rahmen des "5-StandorteProgramms“, das nachhaltige Strukturprojekte in den fünf besonders vom Kohleausstieg betroffenen Kommunen und Kreisen im Ruhrgebiet unterstützt.
Nach Abschluss der 24-monatigen Planungsphase läuft seit Mai 2026 die Ausschreibung für die Errichtung des „H2 Solution Lab“ im Rahmen eines EU-weiten Vergabeverfahrens. Nach Abschluss dieses Verfahrens im März des kommenden Jahres und einer weiteren Planungs- und Genehmigungsphase ist der Baubeginn für Anfang 2028 geplant. Spätestens im Herbst 2029 soll das Labor startklar sein. Mit dem aktuellen Förderbescheid über eine Summe von rund 37,2 Millionen Euro aus dem „5-StandorteProgramm“ des Bundes, weiteren 2,1 Millionen Euro Fördermitteln des Landes sowie 2 Millionen Euro aus Eigenmitteln wird nun die nächste entscheidende Projektphase ermöglicht. Das „5-StandorteProgramm“ unterstützt nachhaltige Strukturprojekte in den fünf besonders vom Kohleausstieg betroffenen Kommunen und Kreisen im Ruhrgebiet.
Wissenschaftsministerin Ina Brandes MdL: „Wo früher die Steinkohle Energielieferant und Wohlstandsgarant war, arbeiten heute kluge Köpfe im ‘H2 Solution Lab‘ an der Energieversorgung der Zukunft. Gemeinsam sorgen Wissenschaft und Wirtschaft dafür, dass die Erkenntnisse aus dem Labor schnell bei den Menschen ankommen. Bund und Land fördern das Projekt an der Westfälischen Hochschule aus der Überzeugung, dass die Wasserstofftechnologie einen zentralen Beitrag sowohl für die Versorgung der Menschen mit sauberer Energie als auch für mehr Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen leisten kann.“
Mit dem Start der Errichtungsphase erreiche das „H2 Solution Lab“ einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg von der Idee zur konkreten Umsetzung, so Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze: „Mit dem Wasserstofflabor stärken wir Gelsenkirchen ganz entscheidend als Innovationsstandort für eine Schlüsseltechnologie der Energiewende und schaffen Perspektiven für eine resiliente und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Gleichzeitig werden wichtige Grundlagen für zukunftsfähige Arbeitsplätze in unserer Stadt gelegt.“
Die Bedeutung des „H2 Solution Lab“ für die regionale Wirtschaft unterstreicht auch Thomas Wessel, Mitglied des Vorstands bei Evonik und Vorsitzender des Hochschulrats der Westfälischen Hochschule: „In meiner Funktion kenne ich beide Seiten: die Herausforderungen der Unternehmen im Transformationsprozess und die Innovationskraft von Wissenschaft und Forschung. Das ‚H2 Solution Lab‘ schafft die entscheidende Verbindung, um Wasserstofftechnologien schneller in die Anwendung zu bringen – gerade für den industriellen Mittelstand. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag dazu, unsere Region als starken Innovations- und Industriestandort weiterzuentwickeln.“
Für die Westfälische Hochschule stehe dabei insbesondere der Transfergedanke im Mittelpunkt, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Bernd Kriegesmann: „Mit dem ‚H2 Solution Lab’ schaffen wir eine Brücke zwischen exzellenter Forschung und industrieller Anwendung. Gemeinsam mit Unternehmen entwickeln wir praxistaugliche Wasserstofflösungen und bringen wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die betriebliche Praxis. So stärkt die Hochschule den Technologietransfer und unterstützt Unternehmen bei der Transformation hin zu einer zukunftsfähigen Industrie.“
Hintergrund „H2 Solution Lab“:
Vorgesehen ist ein Labor-Neubau am Gelsenkirchener Campus der Westfälischen Hochschule mit etwa 2.000 m2 zur Erforschung von grünem Wasserstoff, der alle notwendigen Entwicklungs-, Demonstrations- und Transferstrukturen bietet. Das Labor soll durch seinen Aufbau flexibel die Erarbeitung von Erkenntnissen für Forschung und Transfer zu Komponenten, Teilsystemen oder Gesamtsystemen ermöglichen. Die Bandbreite reicht dabei von Ventilen, Elektrolyseur-, Brennstoffzellen- und Brennersystemen sowie Kompressoren und Speichern bis hin zu vollständigen Wasserstofferzeugungs- oder Wasserstoffnutzungssystemen. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist ein großer Bedarf für Wasserstoffsystemtechnik mit mittlerer Leistung vorhanden. Diese spielt in der Wasserstoff-Forschung bisher jedoch eine untergeordnete Rolle. Um diesem Bedarf zu entsprechen, sollen im „H2 Solution Lab“ Wasserstoffsysteme und deren Komponenten bis zu einer Leistungsgröße von ungefähr 1 MW bearbeitbar sein.
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