ERC Starting Grant für Sozialphilosophen Matthew Rachar PhD
Forscher der Freien Universität Berlin wird vom Europäischen Forschungsrat mit über 1,48 Millionen Euro gefördert
Der Sozialphilosoph PhD Matthew Rachar forscht an der Freien Universität Berlin zu Theorien des kollektiven Handelns. Sein Forschungsprojekt „Unifying Solidarity“ untersucht, was Solidarität eigentlich ist – denn das Konzept der Solidarität wird je nach Handlungskontext oft sehr unterschiedlich verstanden. Der Europäische Forschungsrat fördert das Vorhaben für fünf Jahre mit einem ERC Starting Grant in Höhe von 1,485 Millionen Euro.
ERC Starting Grants richten sich an herausragende Nachwuchswissenschaftler*innen. Finanziert wird damit der Aufbau einer ersten eigenen Forschungsgruppe oder die Etablierung eines unabhängigen Projektes.
Matthew Rachar forscht seit 2024 am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften der Freien Universität Berlin. Zuvor forschte er am Department of Philosophy am Douglas College, Kanada, und am Institut für Philosophie der Universität Wien, Österreich. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Handlungstheorie (Philosophy of Action), Ethik, Sozial- und Politische Philosophie, Philosophie der Sozialwissenschaften und Experimentelle Philosophie.
Ein zentraler Schwerpunkt von Matthew Rachars aktueller Forschung ist die Theorie kollektiven Handelns. Er entwickelt die Auffassung, dass Menschen, die eine kollektive Intention bilden, sich gegenseitig auf eine Weise beeinflussen, die normative Verpflichtungen entstehen lässt. Mit anderen Worten: Gemeinsames Handeln beruht nach seiner Theorie nicht nur auf koordinierter Absicht, sondern verändert die normativen Beziehungen zwischen den Beteiligten und begründet wechselseitige Verpflichtungen.
Mehrere philosophische Disziplinen analysieren verschiedene Aspekte von Solidarität
Sein neues Forschungsprojekt „Unifying Solidarity“ zum Thema Solidarität knüpft an seine Arbeiten zu kollektivem Handeln und sozialen Verpflichtungen an. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Solidarität sehr unterschiedlich verstanden wird – als besondere Beziehung zwischen Menschen, als gemeinsames Handeln oder als moralische Tugend. Das Projekt „Unifying Solidarity“ argumentiert, dass diese verschiedenen Bedeutungen auf einer gemeinsamen Grundlage beruhen: Solidarität ist ein Wert, der sich in wechselseitigen Verpflichtungen von Menschen ausdrückt, die ein gemeinsames Schicksal teilen.
Ziel ist nun, eine umfassende Theorie der Solidarität zu entwickeln, die ihre begriffliche Struktur und ihre moralischen sowie politischen Konsequenzen verständlich macht. Dabei werden verschiedene philosophische Disziplinen (u. a. Werttheorie, Handlungstheorie und Metaethik) mit empirischen Methoden der experimentellen Philosophie verbunden. Konkret geht es darum:
1.) zu erklären, wie Solidarität mit gemeinsamem Handeln zusammenhängt,
2.) die Normen der Solidarität zu beschreiben,
3.) zu begründen, warum und unter welchen Bedingungen diese Normen verpflichtend sind,
4.) zu untersuchen, ob und warum es rational ist, solidarisch zu handeln.
„Damit möchte das Projekt nicht nur philosophische Debatten voranbringen, sondern auch Orientierung für aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen bieten. Es verteidigt die anhaltende Bedeutung von Solidarität in Wissenschaft und gesellschaftlichem Engagement und zeigt auf, wie Solidarität zu einem gelingenden Leben beitragen kann“, sagt Matthew Rachar PhD.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Matthew Rachar PhD., Institut für Philosophie, Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften, Freie Universität Berlin, E-Mail: matthew.rachar@fu-berlin.de
Weitere Informationen:
https://www.matthewrachar.com/
https://erc.europa.eu/news-events/news
https://www.fu-berlin.de/forschung/kommunikation/preise/erc/index.html
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