Landmaschinen der Bayerischen Staatsgüter auf erneuerbare Kraftstoffe umgestellt
Wissenschaftliche Begleitung durch TFZ – 1.100 Tonnen THG-Einsparung jährlich
Bayern forciert die Umstellung der landwirtschaftlichen Maschinen auf seinen Staatsbetrieben auf erneuerbare Kraftstoffe mit dem Klimaschutzprogramm. Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ), eine Forschungseinrichtung des Freistaats, hat die Umstellung bei den Bayerischen Staatsgütern (BaySG) begleitet und zieht nach dreieinhalb Jahren Bilanz: Zum Jahresende 2025 liefen alle 231 Maschinen mit erneuerbaren Antriebsenergien. Dadurch sparen die BaySG Treibhausgase von über 1.100 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr ein. Die Forschungsergebnisse hat das TFZ jetzt im Bericht Nr. 93 veröffentlicht.
Kleine Traktoren und Hoflader, ältere Bestandsmaschinen und hochmoderne Ackerschlepper – so unterschiedlich stellt sich die Flotte der Bayerischen Staatsgüter dar. Mittlerweile werden alle 231 land- und forstwirtschaftlichen Maschinen mit erneuerbaren Energien angetrieben. Abhängig von Lastprofil, Alter und technischer Eignung kommen Biodiesel, hydriertes Pflanzenöl (HVO), Rapsölkraftstoff sowie elektrischer Strom zum Einsatz. Durch die klimafreundlichen Alternativen sparen die Bayerischen Staatsgüter (BaySG) jedes Jahr mehr als 1.100 Tonnen CO₂-Äquivalente ein – die Menge entspricht 7,3 Millionen Kilometern Autofahrt. Die BaySG wurden für die wissenschaftliche Begleitung durch das TFZ ausgewählt, weil sie den größten Fuhrpark der bayerischen Staatsbetriebe besitzen.
Im Fokus der Untersuchungen stand auch, wie sich die unterschiedlichen Maschinen mit Biokraftstoffen bewähren. Dafür werteten die Wissenschaftler insgesamt 120.000 Betriebsstunden von 29 Maschinen aus, die im Feld oder auf dem Prüfstand geleistet wurden: „Leistung, Effizienz und Abgasverhalten sind bei Biodiesel, HVO und Rapsölkraftstoff annähernd auf dem Niveau von Diesel“, sagt Dr. Johannes Ettl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am TFZ. „Von den Betreibern haben wir positive Rückmeldungen bekommen, dass die Maschinen mit alternativen Kraftstoffen auch im Alltag weitgehend zuverlässig arbeiten“, so Ettl weiter. Vereinzelt führten unzureichende Kraftstoffqualitäten – auch bei Diesel – trotz bestehender Normen zu Beeinträchtigungen des Maschinenbetriebs. Eine sorgfältige Kraftstoffqualitätssicherung ist deshalb entscheidend. Auch bei der Umstellung von Diesel- auf Biodiesel- oder HVO-Betrieb kann es übergangsweise zur Verstopfung des Kraftstofffilters infolge losgelöster Ablagerungen in Tank und Leitungen kommen.
Ein Betrieb von Landmaschinen mit regenerativen Kraftstoffen steht nach Ansicht der Wissenschaftler aus technischer Sicht grundsätzlich nichts entgegen. Allerdings stellen mangelnde Angebote – etwa von Biodiesel- und Rapsölkraftstoff-Traktoren – sowie fehlende wirtschaftliche Anreize noch Hemmnisse dar.
Das Vorhaben wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus gefördert. Alle Forschungsergebnisse sind im TFZ-Bericht Nr. 93 veröffentlicht. Er steht zum kostenfreien Download unter www.tfz.bayern.de zur Verfügung.
Originalpublikation:
https://doi.org/10.5281/zenodo.21513208
Weitere Informationen:
https://www.tfz.bayern.de/biokraftstoffe/projekte/316296/index.php
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