Leopoldina-Jahresversammlung ergründet Autonomie in Maschinen, Lebewesen und Gesellschaft
Autos bewegen sich ohne menschliche Steuerung durch den Verkehr, eine Pflanzenzelle ist dank Photosynthese energetisch autonom, eine Gesellschaft regelt ihre Verhältnisse aus eigenem Antrieb. All das funktioniert aus sich selbst heraus nach eigenen Regeln und ist Forschungsgegenstand in unterschiedlichen Fächern. So wird Autonomie in menschlichem Verhalten, in der Technologie, in Wirtschafts- und Finanzmärkten, sozialen Strukturen und bei der Gestaltung von Recht und Politik untersucht. Bei der diesjährigen Jahresversammlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina am Donnerstag, 24. September und Freitag, 25. September berichten Forschende über ihre Erkenntnisse zur Autonomie.
Leopoldina-Jahresversammlung 2026 „Autonomie“
Donnerstag, 24. September und Freitag, 25. September 2026
Hauptgebäude der Leopoldina
Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale) und online
Das Grußwort hält der britische Mikrobiologe und Medizin-Nobelpreisträger Sir Paul Nurse. Der Präsident der britischen Royal Society spricht zum Thema Wahrung der Wissenschaftsfreiheit in Krisenzeiten. Anschließend befasst sich die Philosophin Beate Rössler (Amsterdam/Niederlande) in ihrem Festvortrag mit der „Autonomie in der digitalen Gesellschaft“.
Die Vorträge am Freitag umfassen ein breites Fächerspektrum – sowohl technikwissenschaftliche Themen wie automatisiertes Fahren (Christoph Stiller, Karlsruhe) als auch sozialwissenschaftliche Fragen nach der Autonomie menschlicher Entscheidung (Ralph Hertwig, Berlin). Die Fachleute diskutieren darüber, dass der Wunsch nach Autonomie Demokratien zerstören kann (Philipp Lepenies, Berlin), über die Perspektive der Grund- und Freiheitsrechte (Susanne Baer, Berlin) sowie über Autonomie, Recht und globale Märkte (Ottmar Edenhofer, Potsdam). Die wissenschaftliche Koordination der Jahresversammlung 2026 haben Alexandra Freund, Bernhard Hommel und Wilhelm Hofmann aus der Sektion Psychologie und Kognitionswissenschaften übernommen.
Ein Höhepunkt der Jahresversammlung ist der Abendvortrag am Donnerstag, 18 Uhr. Die Automationspsychologin Linda Onnasch (Berlin) spricht über „Automation, Autonomie, KI? Wie wir technische Systeme wahrnehmen und mit ihnen interagieren“.
Im Rahmen der Jahresversammlung vergeben die Commerzbank-Stiftung und die Leopoldina gemeinsam den Preis „ZukunftsWissen“. Der Preis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen. Informationen zur diesjährigen Preisträgerin Charlotte Wendland und ihrer rechtswissenschaftlichen Forschung zu Autonomie im Familien- und Erbrecht finden Sie hier: https://www.leopoldina.org/zukunftswissen-2026
Die Mikrobiologin Regine Kahmann wird mit der Cothenius-Medaille der Leopoldina für ihr wissenschaftliches Lebenswerk ausgezeichnet. Informationen zu ihrer Forschung zu Infektionsstrategien von Viren und Pilzen finden Sie hier: https://www.leopoldina.org/cothenius-2026
Die Jahresversammlung der Leopoldina verbindet dieses Jahr erstmals Wissenschaft mit Kunst. Gemeinsam mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt präsentiert die Nationalakademie die Installation „Kollektive Autonomie“ des Künstlerkollektivs KLUB7 im Außenbereich des Hauptsitzes und „Die Autonomie der Puppe“ der Bildhauerin Julia Schleicher in den Innenräumen. Die Ausstellung wurde am 21. August eröffnet und ist bis zum 11. Oktober in Halle zu sehen.
Die Jahresversammlung findet im Hybrid-Format statt. Wenn Sie als Journalistin oder Journalist an der Veranstaltung teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte per E-Mail unter presse@leopoldina.org an. Bitte geben Sie dabei an, ob Sie in Präsenz oder virtuell teilnehmen möchten. Gerne vermitteln wir Ihnen nach Möglichkeiten Interviews mit den Vortragenden.
Medienkontakt:
Sonja Kastilan
Leiterin der Abteilung Wissenschaftskommunikation
Tel.: +49 (0)345 472 39-800
E-Mail: presse@leopoldina.org
Über die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina:
Als Nationale Akademie der Wissenschaften leistet die Leopoldina unabhängige wissenschaftsbasierte Politikberatung zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Dazu erarbeitet die Akademie interdisziplinäre Stellungnahmen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. In diesen Veröffentlichungen werden Handlungsoptionen aufgezeigt, zu entscheiden ist Aufgabe der demokratisch legitimierten Politik. Die Expertinnen und Experten, die Stellungnahmen verfassen, arbeiten ehrenamtlich und ergebnisoffen. Die Leopoldina vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien, unter anderem bei der wissenschaftsbasierten Beratung der jährlichen G7- und G20-Gipfel. Sie hat rund 1.700 Mitglieder aus mehr als 30 Ländern und vereinigt Expertise aus nahezu allen Forschungsbereichen. Sie wurde 1652 gegründet und 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Die Leopoldina ist als unabhängige Wissenschaftsakademie dem Gemeinwohl verpflichtet.
Weitere Informationen:
https://www.leopoldina.org/jv-2026
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