HOCH-motiviert und TIEFen-entspannt ins Jahr 2027 - Jetzt Wetterpatenschaft für 2027 sichern!
Startschuss für 2027: 16. September 2026, 00:00 Uhr
Für das nächste Jahr vergeben die Meteorologinnen und Meteorologen des Vereins Berliner Wetterkarte e.V. in Kooperation mit der Freien Universität Berlin unter www.wetterpate.de wieder Wetterpatenschaften, um die studentische Wetterbeobachtung ihrer international meldenden Station Berlin-Dahlem am Institut für Meteorologie fortführen zu können. Die Hochdruckgebiete werden im Jahr 2027 weibliche und die Tiefdruckgebiete männliche Vornamen tragen. Die Preise betragen 390,- € für Hochs und 290,- € für Tiefs (inkl. gesetzl. Umsatzsteuer).
Seit 1954 taufen die Meteorologinnen und Meteorologen in der mehr als 70 Jahre bestehenden täglichen Berliner Wetterkarte Hoch- und Tiefdruckgebiete. Seit 2002 kann die Bevölkerung im Rahmen der „Aktion Wetterpate“ direkt Namen für die Druckgebiete wählen. Damit unterstützen die Paten die Studierenden in ihrer praxisnahen Weiterbildung, sodass die 117-jährige Klimareihe der Freien Universität Berlin, die weltweit zu den längsten gehört, weitergeführt werden kann.
Eine Patenschaft gilt als beliebtes und originelles Geschenk zu ganz besonderen Anlässen, Geburtstagen oder auch zu Weihnachten. Viele Menschen nutzen diese Möglichkeit auch, um ihre interessanten, aber wenig verbreiteten Vornamen bekannter zu machen. Durch die zahlreiche Unterstützung konnten in diesem Jahr den Hochs und Tiefs wieder außergewöhnliche Namen wie WALLY, NGA, VALEA, WINONA, XANTHIPPE, YUNA, VILJA, WEGA, XERI, YGGLEV oder PYTHAGORAS verliehen werden.
Auch aus meteorologischer Sicht blieben etliche Namen in Erinnerung: Das Jahr 2026 begann mit einem äußerst turbulenten Winter. Nach dem Jahreswechsel strömte an der Ostseite einer weitreichenden Hochdruckzone über dem Nordatlantik arktische Meeresluft nach Mitteleuropa. Die Randtiefs ANNEKE und BIRTE sorgten in der frostigen Luft für verbreitete Schneefälle und regelrechte Schauerstraßen, in denen vor allem in Nordseenähe Sturm- und Orkanböen auftraten. Mit den nachfolgenden Tiefs CONSTANZE und ELLI setzte sich das turbulente Wetter fort. ELLI entwickelte sich innerhalb von nur 24 Stunden zu einer Bombenzyklone und brachte neben Orkanböen mit Spitzenwerten von über 200 km/h an der französischen und englischen Kanalküste auch kräftige Schneefälle und Schneeverwehungen nach Deutschland. Aufgrund der Verwehungsgefahr mussten am 09.01. zahlreiche Schulen und Universitäten, darunter die Freie Universität Berlin, geschlossen werden. Anschließend folgten mehrere markante Glatteisereignisse, die viele Unfälle auch im Berliner Raum zur Folge hatten und die Notaufnahmen an ihre Grenze brachten. Besonders am 26.01. sorgte Tief LEONIE II für eine mehrere Zentimeter dicke Eisschicht, die die Oberleitungen der Berliner Straßenbahn überzog. Der gesamte Tramverkehr musste daraufhin bis zum Nachmittag des Folgetages eingestellt werden. Danach etablierte sich eine Grenzwetterlage zwischen milder Südwesthälfte und kalter Nordosthälfte, bevor mit dem Durchzug von Tief ZANTINA auch dort das winterliche Wetter endgültig endete. Trotz häufiger Kältewellen war es bereits der 15. zu milde Winter in Folge.
Der März war trotz kurzer Tiefdruckintermezzi von zahlreichen Hochdruckgebieten (IACKL, JANNIS, KONRAD, LUKAS, MAX, NORBERT, OTTO und PETER) geprägt und mit durchschnittlich nur 13,3 mm Niederschlag ausgesprochen trocken. Gleichzeitig wurden knapp 195 Sonnenstunden registriert. Nur die Märzmonate 2025 und 2022 waren noch sonniger. Auch im April dominierten wiederkehrende Hochdrucklagen, die insbesondere in Baden-Württemberg zu einem Niederschlagsdefizit von bis zu 75 % führten. Eine Ausnahme bildete das quasistationäre Regenband des Tiefs WALTRAUD, das vom 19. bis zum 20.04. regional mehr als 80 mm Regen brachte. Mit Hoch ZENO war der erste Durchlauf der Hochdruckgebiete bereits Mitte Mai sehr früh beendet. Nur 2022 war der erste Durchgang der Hochdruckgebiete am 19.05. ähnlich früh zu Ende. Insgesamt blieb der Mai trotz des zunehmenden Tiefdruckeinflusses leicht zu trocken. Zusammen mit März und April fiel im gesamten Frühjahr rund ein Drittel weniger Niederschlag als üblich. Auffällig war dabei, dass sich trotz der zahlreichen Hochdruckgebiete keine außergewöhnlich langlebige Hochdrucklage etablieren konnte. Stattdessen wechselten sich die Hochs häufig mit kurzen Tiefausläufern ab.
Nach einem eher kühlen und wechselhaften Start in den Juni änderte sich die Wetterlage mit Hoch HARTMUT grundlegend. Aus der Sahara wurde rekordverdächtig heiße Luft nach Deutschland geführt. Am 28.06. wurde mit 41,3°C in Saarbrücken-Burbach der bisherige Temperaturrekord aus dem Jahr 2019 eingestellt. Bereits am Folgetag wurde dieser in Möckern-Drewitz mit 41,5°C und anschließend in Coschen mit 41,7°C erneut übertroffen. Gleichzeitig wurden durch den Einfluss des Gewittertiefs WINONA vielerorts Taupunkte um 20°C gemessen. Die extreme Hitzewelle forderte laut RKI etwa 5.100 Todesopfer.
Die Wetterextreme beschränkten sich dabei nicht auf Deutschland. Besonders Frankreich wurde von einer extremen Hitzewelle getroffen, bei der die Temperaturen verbreitet über 40°C stiegen und örtlich bis zu 45°C erreicht wurden. Die anhaltende Hitze und Dürre begünstigten nahe Bordeaux großflächige Waldbrände mit einer Ausdehnung von bis zu 42.000 Hektar. Rund 224.000 Menschen mussten Medienberichten zufolge evakuiert werden. Am 19.08. folgte schließlich ein völlig anderes Extrem: Eine langlebige Superzelle zwischen den Tiefdruckgebieten NORA und OLIVIA verursachte vom nördlichen Rheinland-Pfalz über Mittelhessen bis nach Thüringen schwere Fallböen und Tornados. In einem der zahlreichen Regenschauer nördlich der Superzelle entstand in Fürstenwalde an der Spree ein Tornado, der zahlreiche Bäume und Äste zu Fall brachte und Dächer beschädigte oder vollständig abdeckte. Nahe Norderney wurden am selben Tag Wasserhosen beobachtet. Ende August stieg die Temperatur hinter der Warmfront des Tiefs RAPHAELA in der Südwesthälfte nochmals auf über 35°C. Hinter ihrer Kaltfront folgte ein deutlich kühlerer und mit den nachfolgenden Tiefs SINA und TESSA blieb der Wettercharakter wechselhaft.
Anka und Albert waren am 01.11.1954 die ersten Taufnamen – auch in den Berliner Tageszeitungen. Heute finden die Namen der Paten in den Wetterberichten vieler Medien Verwendung. Die studentischen Wetterbeobachtenden sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins Berliner Wetterkarte e.V. und des Instituts für Meteorologie wünschen sich auch für die Zukunft eine aktive Beteiligung der Öffentlichkeit. Seien Sie mit dabei und einer von über 4.800 Menschen aus 17 europäischen Ländern sowie aus Brasilien, Japan, den USA und Südafrika, die bereits als Wetterpaten begrüßt werden konnten.
Herzlichen Dank an alle Paten und weitere Unterstützende!
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Wetterpatenteam (Franziska Golka Tobias-Sebastian Schencke), Tel: 030 838 -71225/ -71226 ; Mail: wetterpate@met.fu-berlin.de ; Web: www.wetterpate.de
Berliner Wetterkarte e.V., Petra Gebauer Tel: 030 838 538
Weitere Informationen:
https://www.wetterpate.de/
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