Neues Promotionskolleg gestartet: Die soziale Seite der Klimakrise
Wer trägt besonders stark zur Klimakrise bei, wer ist von ihren Folgen betroffen – und wie verteilen sich Kosten und Gewinne des ökologischen Wandels? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das neue Promotionskolleg „Die Politische Ökonomie der sozial-ökologischen Transformation“ an der Universität Duisburg-Essen. Die Hans-Böckler-Stiftung fördert das bis September 2029 laufende Kolleg am Institut für Sozioökonomie und am Institut Arbeit und Qualifikation.
Ob Solaranlage auf dem eigenen Dach, Hitzeschutz in finanzschwachen Kommunen oder der Umbau ganzer Wirtschaftsbereiche: Der ökologische Wandel betrifft alle – aber nicht alle gleichermaßen. Das Promotionskolleg untersucht, wie Klimaschutz und soziale Ungleichheit zusammenhängen und wie sich Klima- und Sozialpolitik besser verbinden lassen.
„Die Klimakrise ist immer auch eine Verteilungsfrage: Menschen, Kommunen und Länder tragen in unterschiedlichem Maße zu ihr bei. Zugleich sind manche stärker von den Folgen betroffen und haben weniger Möglichkeiten, darauf zu reagieren“, sagt Prof.in Miriam Rehm, Ph.D. Die Sprecherin des Kollegs und Professorin für empirische Ungleichheitsforschung am Institut für Sozioökonomie (IFSO) der Universität Duisburg-Essen (UDE) erklärt weiter: „Wir wollen untersuchen, wo der ökologische Wandel bestehende Ungleichheiten verschärft, wo neue entstehen und welche politischen Handlungsmöglichkeiten sich daraus ergeben.“
Die Promotionsprojekte beleuchten das Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln: Wie prägen Wirtschaftsstrukturen den Klimaschutz? Welche Rolle spielen Macht und Interessen? Und was können finanzschwache Kommunen gegen die Folgen des Klimawandels tun? Andere Projekte fragen, wie sich soziale und ökologische Ziele besser verbinden lassen. Der Blick reicht dabei von einzelnen Branchen und Regionen bis zu internationalen Vergleichen.
Das neue Kolleg knüpft an das abgeschlossene Promotionskolleg „Die Politische Ökonomie der Ungleichheit“ an. Dort zeigte sich: Viele Fragen rund um soziale Ungleichheit lassen sich kaum von der Klimapolitik trennen. Zwei Promotionsprojekte widmeten sich diesem Zusammenhang bereits ausdrücklich, auch in weiteren Arbeiten spielte er eine Rolle. Das neue Kolleg rückt ihn deshalb ins Zentrum: Wie verändert der ökologische Wandel bestehende Ungleichheiten und wo entstehen neue?
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof.in Miriam Rehm, Ph.D., Institut für Sozioökonomie, Tel. 0203 379-4324, miriam.rehm@uni-due.de
Weitere Informationen:
https://www.uni-due.de/soziooekonomie/promotionskolleg
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