NeurotechEU: Grünes Licht für Europäischen Master in Neurotechnologie
Das Gutachtergremium der Akkreditierungsorganisation der Niederlande und Flandern (NVAO) hat einen positiven Bericht zum geplanten European Master in Neurotechnology (EMN) vorgelegt. Die Universität Bonn hat den Studiengang gemeinsam mit sechs Partnerhochschulen im Verbund der europäischen Hochschulallianz NeurotechEU entwickelt. Das zweijährige englischsprachige Angebot verbindet Neurowissenschaften, Medizin und Technologie und soll im Studienjahr 2027/28 starten.
Neurotechnologien verbinden das Verständnis des Gehirns und des Nervensystems mit technischen Anwendungen. Dazu zählen etwa am Körper tragbare Sensoren, Gehirn-Computer-Schnittstellen und KI-gestützte Verfahren für die Neurowissenschaften. Der EMN-Master soll Fachkräfte ausbilden, die solche Lösungen über Fachgrenzen hinweg entwickeln und ihre medizinischen und gesellschaftlichen Auswirkungen beurteilen können.
„Mit dem gemeinsamen Master führen wir die Kompetenzen von sieben europäischen Universitäten in einem Studienangebot zusammen“, sagt Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch, Prorektorin für Internationales der Universität Bonn. „Studierende sollen über Ländergrenzen hinweg lernen und forschen und unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven kennenlernen. Das positive Gutachten würdigt die gemeinsame Entwicklungsarbeit und bringt uns dem Ziel näher, europäische Zusammenarbeit im Studienalltag erfahrbar zu machen.“
Neurowissenschaften mit Technologie und Verantwortung verbinden
Das Curriculum umfasst vier Kernbereiche: Brain Systems vermittelt die Grundlagen des Nervensystems, Clinical beschäftigt sich mit Erkrankungen, Diagnostik und Behandlung, Technology mit der Entwicklung technischer Geräte und Schnittstellen. Computation umfasst die Analyse neuronaler Daten, die Modellierung des Gehirns und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Ethische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte sind eng mit diesen Bereichen verknüpft.
„Wer Neurotechnologien entwickeln will, muss verstehen, wie das Nervensystem funktioniert, und zugleich die Möglichkeiten technischer und datenbasierter Verfahren beurteilen können“, sagt Prof. Dr. Ilona Grunwald Kadow, Prorektorin für Forschung und Karriereentwicklung der Universität Bonn. „Der EMN-Master verbindet diese Perspektiven mit forschungsnaher Lehre. Studierende lernen, ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen von Anfang an in ihre Arbeit einzubeziehen. So schaffen wir eine Grundlage für verantwortungsvolle Innovation und wissenschaftliche Karrierewege über Fachgrenzen hinweg.“
Studieren und forschen an europäischen Partnerhochschulen
Der Studiengang umfasst 120 Leistungspunkte nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) und erstreckt sich über vier Semester. Vorgesehen sind Lehrveranstaltungen, Forschungsaufenthalte und eine interdisziplinäre Masterarbeit in den Forschungsumgebungen der Partnerhochschulen. Ein verpflichtender Aufenthalt an einer weiteren Partneruniversität ist Teil des Curriculums. Hinzu kommen Lernformate, in denen Studierende konkrete Aufgaben aus Forschung und Praxis bearbeiten und mit Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Unternehmen zusammenarbeiten.
Gemeinsam entwickelt wurde der EMN von der Radboud Universiteit (Niederlande), der Universidad Miguel Hernández de Elche (Spanien), der Universität Bonn (Deutschland), der Boğaziçi Üniversitesi (Türkei), der Universitatea de Medicină și Farmacie din Cluj-Napoca (Rumänien), der Université de Lille (Frankreich) und der Háskólinn í Reykjavík (Island).
Bei der Entwicklung orientierten sich die Partner am European Approach for Quality Assurance of Joint Programmes, einem europäischen Rahmen für die Qualitätssicherung gemeinsamer Studiengänge. Der positive Bericht des NVAO-Gremiums markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Umsetzung. Die abschließenden Schritte zur Vorbereitung des Studienstarts laufen derzeit.
Kontakt
Projektbüro NeurotechEU
Universität Bonn
Telefon: +49 228 73-9632
E-Mail: neurotecheu@uni-bonn.de
Weitere Informationen:
https://neurotech.eu
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