Wie Museen KI strategisch integrieren können
Neue Studie des Fraunhofer IAO entwickelt Orientierungsmodell für den verantwortungsvollen Einsatz von KI in Museumsorganisationen
Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt bei der Erschließung von Sammlungen, hilft dabei interne Arbeitsprozesse weiterzuentwickeln und eröffnet neue Möglichkeiten für Vermittlung und Besucherinteraktion. Viele Einrichtungen stehen jedoch vor der Frage, wie sie KI langfristig, verantwortungsvoll und strategisch in ihre Organisation integrieren können. Forschende des Fraunhofer IAO haben dafür im Rahmen des Museum Innovation Network ein Modell entwickelt, das Museen bei diesem Transformationsprozess Orientierung bietet. Die Ergebnisse sind in der neuen Studie »Museum Innovation Network – Künstliche Intelligenz im musealen Ökosystem« veröffentlicht.
Künstliche Intelligenz hält Einzug in Museen und wirkt sich dabei nicht nur auf einzelne Anwendungen aus, sondern beeinflusst Datenstrukturen, Arbeitsprozesse, Rollenbilder und Formen der Zusammenarbeit im gesamten musealen Ökosystem.
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entwickelten die Autorinnen des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Zusammenarbeit mit den Partnerinnen und Partnern der zweiten Forschungsphase des Museum Innovation Networks (MIN) ein Modell zur strategischen KI-Integration. Es verbindet strategische und ethische Fragestellungen mit dem Aufbau einer belastbaren Datenbasis, der Entwicklung von Anwendungen sowie deren Einführung und Evaluation. Das Modell berücksichtigt unterschiedliche Ausgangssituationen von Museen und zeigt verschiedene Einstiegspfade für die Umsetzung auf.
»Unsere Studie zeigt, dass KI tief in das museale Ökosystem hineinwirkt: Sie verändert den Umgang mit Daten, Arbeitsprozesse, Rollen und Formen der Zusammenarbeit. Museen brauchen deshalb einen strategischen Rahmen, der diese Wechselwirkungen aufgreift und institutionelle Entwicklung gezielt ermöglicht«, sagt Prof. Dr.-Ing. Vanessa Borkmann, Co-Autorin des Whitepapers am Fraunhofer IAO.
»Es gibt nicht den einen Weg zur KI-Integration im Museum. Museen starten mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Ressourcen und Zielsetzungen. Entscheidend ist deshalb, technologische Möglichkeiten, Daten und organisationale Entwicklung strategisch zusammenzudenken und daraus einen Weg zu entwickeln, der zur eigenen Institution passt«, ergänzt Anna-Lena Reulein, Co-Autorin des Whitepapers am Fraunhofer IAO.
Vier Phasen zur erfolgreichen KI-Integration
Kern der Publikation ist ein Modell, das Museen bei der strategischen Integration von KI Orientierung bietet. Es umfasst vier Phasen: den strategischen und ethischen Rahmen, die Datenerfassung und -strukturierung, die Entwicklung von KI-Anwendungen sowie deren Implementierung und Evaluation. Dabei ist das Modell nicht als linearer Prozess angelegt, sondern als zirkuläres System, in dem die einzelnen Phasen ineinandergreifen.
Ergänzt wird das Modell durch unterschiedliche Einstiegspfade, die Museen abhängig von ihren institutionellen Voraussetzungen, Ressourcen und Zielsetzungen einen flexiblen Zugang zur KI-Integration ermöglichen.
Die Studie versteht sich sowohl als wissenschaftlich fundierter Orientierungsrahmen als auch als praktische Arbeitshilfe. Sie enthält zudem Handlungsempfehlungen, Ansätze zur Wirkungsmessung sowie Referenzbeispiele für die verantwortungsvolle Nutzung und wertschöpfende KI-Integration von KI im Museums- und Kulturbereich.
Museen zwischen Heute und Morgen
Das Museum Innovation Network (MIN) ist ein forschungsbasierter Think Tank, der Kultureinrichtungen bei der Entwicklung wissenschaftlich fundierter Strategien, Konzepte und Lösungen unterstützt. Beim Symposium »Museen zwischen Heute und Morgen« bringt das MIN am 5. November Forschung und Praxis zusammen und eröffnet Perspektiven auf technologische und gesellschaftliche Zukunftsfragen von Museen und kulturellen Institutionen. Im Themenstrang »Technologische Zukünfte« werden dabei auch zentrale Ergebnisse der Studie vorgestellt und mit Blick auf die zukünftige Nutzung von KI und Daten im Museum diskutiert.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
M.A. Anna-Lena Reulein
Smart Urban Environments
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Mobil +49 151 16327898
Originalpublikation:
https://www.iao.fraunhofer.de/de/presseservice/aktuelles/wie-museen-ki-strategisch-integrieren-koennen.html
Weitere Informationen:
https://publica.fraunhofer.de/entities/publication/ee3df50d-d387-4ebd-9003-68ebf83662bc
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