Von der ersten Programmiererfahrung zur Berufsperspektive: Fünf Wege für Mädchen in den MINT-Bereich
Fünf Angebote der Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation.NRW (zdi.NRW) zeigen unterschiedliche Wege, um Mädchen bei der Entwicklung ihrer beruflichen Interessen jenseits von Rollenklischees zu begleiten. Ergänzt werden die regionalen Bildungsangebote durch die Kommunikationskampagne zdi-Heldinnen-Oktober. Die Kampagne macht weibliche Vorbilder im MINT-Bereich sichtbar und vermittelt Einblicke in unterschiedliche Bildungs- und Berufsbiografien.
Geschützte Lernräume ermöglichen eigenständiges Handeln
Reine Mädchengruppen sind nicht automatisch wirksamer als gemischte Bildungsangebote. Sie können jedoch Lernräume eröffnen, in denen Mädchen technische Aufgaben übernehmen, eigene Lösungswege erproben und Vorstellungen von MINT-Berufen entwickeln können, ohne dabei unmittelbar mit geschlechtsbezogenen Erwartungen oder Rollenklischees konfrontiert zu sein. Entscheidend sind die Qualität und die Gestaltung des jeweiligen Angebots. Technische Herausforderungen, eigenständiges Handeln, praktische Erfahrungen, Mentoring und konkrete Einblicke in Bildungs- und Berufswege sollten dabei ineinandergreifen.
Unterschiedliche Angebote entlang der gesamten Bildungskette
Wie ein früher Einstieg in Informatik mit einem gesellschaftlich relevanten Thema verbunden werden kann, zeigt das Sommercamp „iCODE_girls“ des zdi-Schüler:innenlabors MExLab ExperiMINTe an der Universität Münster. Schülerinnen der Klassen 5 bis 7 programmieren in kleinen Teams Umweltmesssensoren und untersuchen damit beispielsweise Feinstaub, Kohlenstoffdioxid oder Temperatur. Das Angebot verbindet Grundlagen des Codings mit Klima- und Umweltschutz. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Das Format „Girls' Week” des zdi-Schüler:innenlabors Energiewende macht Schule an der Hochschule Düsseldorf richtet sich an Schülerinnen ab der siebten Klasse und bietet die Möglichkeit, sich mit nachhaltigen Energiesystemen zu beschäftigen. Experimente zu Sonnen- und Windenergie, das Löten und Testen technischer Komponenten sowie digitale Anwendungen ermöglichen einen praxisnahen Zugang. Zugleich lernen die Teilnehmerinnen den Hochschulcampus und Labore als mögliche zukünftige Lernorte kennen.
Eine langfristigere Begleitung bietet das MINT-Stipendium „girls for innovation“ des zdi-Netzwerks Köln. Die Stipendiatinnen arbeiten in Kleingruppen an selbst gewählten Projekten, besuchen Hochschulen und Unternehmen und setzen sich mit Ausbildungsberufen und Studiengängen auseinander. Regelmäßige Begegnungen mit weiblichen Vorbildern ergänzen die praktische Projektarbeit. Im Mittelpunkt stehen die Interessen, Stärken und individuellen beruflichen Zukunftsvorstellungen der Teilnehmerinnen.
Die „EmpowerLab Girls’ Academy” des zdi-Schüler:innenlabors an der Hochschule Bochum setzt kurz vor dem Übergang von der Schule in Ausbildung oder Studium an. Das Format kombiniert praktische Workshops mit Peer-Mentoring, Vernetzung und Unternehmensbesuchen. Studentinnen und Frauen aus der beruflichen Praxis geben Einblicke in unterschiedliche Studiengänge, Tätigkeiten und persönliche Bildungswege.
Beim zdi-Netzwerk Oberhausen arbeitet eine feste Gruppe von Schülerinnen der Klassen 8 bis 13 in der „Girls' Academy” über ein Schuljahr hinweg zusammen. Monatliche Workshops, Exkursionen, Unternehmensbesuche, Bewerbungstrainings und Begegnungen mit Frauen aus MINT-Berufen machen unterschiedliche Tätigkeitsfelder erfahrbar. Ehemalige Teilnehmerinnen können später selbst als Mentorinnen aktiv werden. Dadurch entstehen Vorbilder, die den aktuellen Teilnehmerinnen hinsichtlich Alter und Lebenssituation besonders nah sind. Die Girls’ Academy Oberhausen ist ein gemeinsames Projekt der Gleichstellungsstelle der Stadt Oberhausen, der Hochschule Ruhr West und des zdi-Zentrums Oberhausen.
Wiederholte Erfahrungen stärken die Orientierung
Die Beispiele verdeutlichen, dass nicht allein die Dauer eines Angebots ausschlaggebend ist. Wichtig ist vielmehr, dass Teilnehmerinnen Erfahrungen vertiefen und miteinander verknüpfen können. Aus einer ersten Programmieraufgabe kann ein weiterführendes Interesse entstehen. Ein Hochschulbesuch kann Studienmöglichkeiten konkretisieren. Der Austausch mit einer Auszubildenden, Studentin oder Wissenschaftlerin kann einen bislang unbekannten Berufsweg nachvollziehbar machen.
Den vollständigen Beitrag finden Sie hier: https://zdi.nrw/gute-zdi-praxis-mint-angebote-fuer-maedchen/
zdi-Heldinnen-Oktober erhöht die Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder
Während die regionalen Bildungsangebote unmittelbare Praxiserfahrungen und persönliche Begegnungen ermöglichen, erweitert die Kommunikationskampagne zdi-Heldinnen-Oktober deren Reichweite. Jedes Jahr im Oktober stellt zdi.NRW Mädchen und Frauen aus unterschiedlichen MINT-Bereichen auf den eigenen Kommunikationskanälen vor: Von Instagram über LinkedIn bis hin zu Blog und Podcast.
Die zdi-Heldinnen berichten über ihren Alltag, ihre Bildungswege und ihre persönlichen Erfahrungen. Damit zeigt die Kampagne jungen Frauen potenzielle Tätigkeitsfelder und unterschiedliche Zugänge zu MINT auf, bildet dabei jedoch nicht ausschließlich geradlinige Erfolgsgeschichten ab. Auch Herausforderungen, Umwege und Lernprozesse sind Teil der vorgestellten Biografien, dadurch werden Vorbilder nahbar und Bildungswege realistisch.
Der zdi-Heldinnen-Oktober ergänzt die praktische Mädchenförderung um eine kommunikative Ebene: Regionale Angebote schaffen Erfahrungsräume, während die Kampagne weibliche Vorbilder über einzelne Lernorte hinaus sichtbar macht. Beide Ansätze tragen dazu bei, das Spektrum von MINT-Biografien sichtbar zu machen. Die Sichtbarkeit von Frauen aus Ausbildung, Studium, Wissenschaft und Wirtschaft kann Mädchen dabei unterstützen, MINT nicht nur als abstraktes Berufsfeld, sondern als mögliche eigene Zukunftsperspektive wahrzunehmen.
Weitere Informationen zum zdi-Heldinnen-Oktober finden Sie hier: https://zdi.nrw/startseite/fokusthemen/maedchenfoerderung/zdi-heldinnen-oktober/
Über zdi.NRW:
zdi.NRW steht für „Zukunft durch Innovation.NRW“ und ist mit über 5.700 Partnerschaften mit Akteur:innen aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Schule, Politik und Gesellschaft europaweit das größte Netzwerk zur Förderung des MINT-Nachwuchses. Flächendeckend gibt es zdi-Angebote in allen Kreisen und kreisfreien Städten in NRW. Über 2.000 Schulen in NRW machen mit – das sind rund 20 % der Grundschulen und 65 % der weiterführenden Schulen in NRW. In über 20 Jahren hat zdi.NRW über 4,5 Millionen junge Menschen erreicht. Über 100 zdi-Schüler:innenlabore bieten Kindern und Jugendlichen Räume, um MINT zu erleben, ihrer Begeisterung für MINT nachzugehen und sich über MINT-Ausbildungs- und Studiengänge zu informieren. Die Kurse und Angebote von zdi.NRW tragen auch zum Transfer aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse aus den Hochschulen heraus bei. Koordiniert wird zdi.NRW vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Landesweite Partner:innen sind unter anderem die Ministerien für Schule und Bildung und für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit.
Weitere Informationen unter: https://zdi.nrw und https://mint-community.de
Pressekontakt:
zdi-Kommunikation
Gwendolyn Paul
paul@matrix-gruppe.de
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Katharina Glowalla glowalla@matrix-gruppe.de
Originalpublikation:
https://zdi.nrw/gute-zdi-praxis-mint-angebote-fuer-maedchen/
Weitere Informationen:
https://zdi.nrw/startseite/fokusthemen/maedchenfoerderung/
https://zdi.nrw/startseite/fokusthemen/maedchenfoerderung/zdi-heldinnen-oktober/
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