Meilenstein für Forschungsprojekte: TIB bringt den Research Activity Identifier (RAiD) nach Deutschland
Kooperation zwischen TIB und ARDC: Aufbau einer nationalen Registrierungsagentur für RAiD-Vergabe geplant
Die Australian Research Data Commons (ARDC) und die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Darin verständigen sich beide Einrichtungen auf den gemeinsamen Aufbau einer nationalen Registrierungsagentur, die den Research Activity Identifier (RAiD) für Forschungsprojekte von Einrichtungen in Deutschland vergibt. Zum Start ist zunächst ein Pilotbetrieb vorgesehen, für den in den kommenden Monaten interessierte Einrichtungen identifiziert werden sollen.
Research Activity Identifier (RAiD): ein persistenter Identifier für den gesamten Projektlebenszyklus
Was bisher oft an verschiedenen Stellen dokumentiert wurde, führt der Research Activity Identifier (RAiD) zusammen. Als persistenter Identifier (PID) begleitet er Forschungsprojekte über den gesamten Lebenszyklus hinweg – von der ersten Projektskizze bis zum Projektende. Das System verknüpft beteiligte Personen und Organisationen, erhaltene Förderungen, publizierte Ergebnisse sowie genutzte Infrastrukturen auf einer einzigen Plattform. Ziel der Partner ARDC und TIB ist es, RAiD als neuen PID-Standard für Forschungsprojekte in Deutschland zu etablieren.
TIB baut nationale Registrierungsagentur für RAiD auf
Die TIB übernimmt die Trägerschaft für die neue deutsche Registrierungsagentur für die RAiD-Vergabe, die im Pilotbetrieb starten wird. Deutsche Einrichtungen können RAiDs damit künftig eigenständig vergeben und erhalten einen direkten, souveränen Zugang zu dem international wachsenden System. Vergleichbare Strukturen werden bereits in Ländern wie den USA, Kanada und den Niederlanden aufgebaut.
„Mit RAiD schließen wir eine entscheidende Lücke in der Forschungsdokumentation: Projektverläufe werden dadurch über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg transparent auffindbar. Ein wichtiger Schritt ist dabei der Aufbau einer nationalen Registrierungsagentur für die RAiD-Vergabe, über die deutsche Einrichtungen den direkten und unabhängigen Zugang zu einem globalen System erhalten. Das stärkt nicht nur die Resilienz unserer Forschungsdateninfrastrukturen, sondern verbessert auch die Nachvollziehbarkeit von Forschung und trägt damit insgesamt zur Integrität der Forschung bei“, sagt Prof. Dr. Irina Sens, stellvertretende Direktorin der TIB.
Gemeinsam für nachhaltige PID-Strukturen
Beide Partner ergänzen sich in der Kooperation durch ihre jeweilige Expertise im Bereich Forschungsdateninfrastrukturen. Die ARDC, die RAiD entwickelt hat, die australische RAiD-Agentur betreibt und den Aufbau der globalen RAiD-Infrastruktur eng begleitet, bringt ihr technisches Know-how und Betriebserfahrung ein. Die TIB verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Bereich der persistenten Identifier: Sie betreibt das weltweit größte DataCite-Konsortium für die Vergabe von Digital Object Identifiern (DOI), ist DataCite-Gründungsmitglied und leitet das ORCID Deutschland Konsortium.
„Diese spannende Zusammenarbeit baut auf der führenden Rolle und dem Vertrauen auf, die sich sowohl TIB als auch ARDC über Jahrzehnte hinweg im Bereich der persistenten Identifikatoren erarbeitet haben. Projekte sind das Herzstück wissenschaftlicher Arbeit, doch bis vor Kurzem fehlte ihnen noch der entscheidende Identifikator im PID-Puzzle. Die Ausweitung von RAiD auf Deutschland wird die offene Forschung stärken, indem sie sicherstellt, dass Forschende, Förderstellen und Institutionen einen besseren Einblick in Forschungsprojekte und deren gesamte Bedeutung erhalten“, erklärt Natasha Simons, Direktorin für nationale Koordination bei der ARDC.
Die nächsten Schritte der Kooperation
In den kommenden Monaten stehen nun der Aufbau und Pilotbetrieb der nationalen Registrierungsagentur für die RAiD-Vergabe unter der Führung der TIB an. Außerdem wollen ARDC und TIB laut dem Memorandum of Understanding ein tragfähiges Betriebs- und Servicemodell für die RAiD-Vergabe in Deutschland entwickeln, am Aufbau einer nachhaltigen globalen RAiD Operating Alliance mitwirken sowie mit gemeinsamen Aktivitäten die PID-Infrastrukturen weiter stärken.
Zu RAiD: https://www.raid.org/
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Über die TIB
Die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek versorgt als Deutsche Zentrale Fachbibliothek für Technik sowie Architektur, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik Wissenschaft, Forschung, Industrie und Wirtschaft mit Literatur und Information in gedruckter und elektronischer Form.
Die TIB baut ihre Rolle als deutsches Informationszentrum für die Digitalisierung von Wissenschaft und Technik stetig weiter aus. Für Fach- und Forschungscommunities stellt sie unter www.tib.eu wissenschaftliche Inhalte, digitale Dienste und Methodenkompetenz bereit, um die verschiedenen Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens zu unterstützen. Über ihr Recherche- und Bestellportal bietet die Bibliothek Zugriff auf mehr als 95 Millionen von der TIB indexierte technisch-naturwissenschaftliche Datensätze. Zu dem exzellenten qualitätsgeprüften Bestand zählen auch Wissensobjekte wie audiovisuelle Medien, 3D-Modelle und Forschungsdaten. Mit eigens entwickelten Suchtechnologien können im AV-Portal der TIB die Inhalte wissenschaftlicher Videos aus Technik und Naturwissenschaften zielgenau durchsucht werden. Als forschende Bibliothek betreibt die TIB angewandte Forschung und Entwicklung, um neue Dienstleistungen zu generieren und bestehende zu optimieren. Die Schwerpunkte liegen auf Data Science, nicht-textuellen Materialien, Open Science und Visual Analytics.
Die TIB ist eine Stiftung öffentlichen Rechts des Landes Niedersachsen. Sie ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Weitere Informationen:
https://www.tib.eu – Mehr Informationen zur TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften
https://www.raid.org/ – Mehr Informationen zu RAiD
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