COP17 in Armenien: LIB setzt auf internationale Forschungskooperationen und freien Zugang zu Biodiversitätsdaten
Das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) begleitet die Weltnaturkonferenz in Jerewan als Beobachterorganisation. Für die Umsetzung der internationalen Biodiversitätsziele sind aus Sicht des LIB insbesondere die Stärkung der Forschung in artenreichen Regionen und der freie Zugang zu digitalen Sequenzinformationen entscheidend.
Vom 19. bis 30. Oktober kommt die internationale Staatengemeinschaft in Jerewan zur 17. UN-Biodiversitätskonferenz (COP17) zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie weit die Umsetzung des Weltnaturabkommens (Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework, 2022) vorangeschritten ist und welche weiteren Schritte zur Erreichung der Ziele notwendig sind. Das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels begleitet die Konferenz als akkreditierte Beobachterorganisation. Mit Dr. Karen Meusemann und Björn Rulik sind zwei LIB-Forschende vor Ort, die die Konferenz aus wissenschaftlicher Perspektive verfolgen und sich mit langjährigen und neuen Kooperationspartnern aus dem Kaukasus austauschen.
**Internationale Biodiversitätsforschung stärken**
Der Kaukasus ist für das LIB seit vielen Jahren eine wichtige Forschungsregion. Im Projekt Caucasus Barcode of Life (CaBOL) und im Rahmen des Erasmus-Austauschs arbeitet das Institut mit wissenschaftlichen Einrichtungen in Georgien und Armenien zusammen. Ziel ist es, die außergewöhnliche Artenvielfalt der Region zu erforschen, wissenschaftliche Expertise vor Ort zu stärken und langfristige Forschungskapazitäten aufzubauen.
Wie diese Zusammenarbeit konkret aussehen kann, zeigte sich bereits im Vorfeld der COP17: Am 12. September fand in den Dalma Gardens in Jerewan ein BioBlitz statt, den das LIB gemeinsam mit der Staatlichen Universität Jerewan, dem Acopian Center for the Environment und SOLUTION LLC organisierte. Interessierte konnten gemeinsam mit Fachleuten die Artenvielfalt vor Ort erforschen und dokumentieren.
Ein zentrales Anliegen des LIB ist es, Biodiversitätsforschung insbesondere dort zu stärken, wo die Artenvielfalt besonders groß ist. Dafür braucht es langfristige Forschungsinfrastrukturen und regionale Biodiversitäts-Hubs, die lokale Expertise fördern und internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit ermöglichen.
LIB-Generaldirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Bernhard Misof betont: „Es gehört zur Verantwortung auch der Wissenschaft des globalen Nordens, die Forschung unserer Kolleginnen, Kollegen und Partner in Biodiversitäts-Hotspots zu unterstützen. Ziel ist ein globales Netzwerk des Biodiversitätswissens zu schaffen. Biodiversität kennt keine nationalen Grenzen und Biodiversitätswissen sollte dies auch nicht tun.“
**Freier Zugang zu Biodiversitätsdaten als Grundlage für Forschung und Schutz**
Ein weiterer Schwerpunkt des LIB bei der COP17 ist der Umgang mit digitalen Sequenzinformationen (Digital Sequence Information, DSI). Diese Daten sind eine unverzichtbare Grundlage, um die biologische Vielfalt zu erforschen, Veränderungen zu erkennen und wissenschaftlich fundierte Entscheidungen über ihren Schutz und ihre nachhaltige Nutzung zu treffen. Das LIB setzt sich deshalb für einen freien Zugang zu DSI und einen fairen, praktikablen internationalen Vorteilsausgleich ein.
LIB-Forscher Björn Rulik unterstreicht: „Ein globaler, freier und offener Zugang zu DSI ist für die Biodiversitätsforschung sowie für Entscheidungen über den Biodiversitätsschutz und -erhalt sowie für die nachhaltige Nutzung von Ressourcen unerlässlich!“
**Gemeinsamer Appell an die Politik**
Bereits im Vorfeld der COP17 hat das LIB gemeinsam mit vier weiteren naturkundlichen Forschungseinrichtungen an die deutsche Politik appelliert, die Ziele des Weltnaturabkommens entschlossen umzusetzen. Die Unterzeichnenden fordern unter anderem eine verlässliche Finanzierung des Biodiversitätsschutzes, die Stärkung wissenschaftlicher Grundlagen und einen wirksamen internationalen Rahmen für den Umgang mit Biodiversitätsdaten. Für das LIB hat Generaldirektor Bernhard Misof den gemeinsamen Brief unterzeichnet.
Der vollständige Appell und die zentralen Forderungen sind hier abrufbar:
https://leibniz-lib.de/de/news/forschungsmuseen-fordern-entschlossenes-handeln.html
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dr. h. c. Bernhard Misof
Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB)
LIB-Generaldirektor
Tel.: +49 228 9122 200
b.misof@leibniz-lib.de
Weitere Informationen:
https://leibniz-lib.de/de/news/forschungsmuseen-fordern-entschlossenes-handeln.html Apell der naturkundlichen Forschungseinrichtungen
https://leibniz-lib.de LIB-Website
https://leibniz-lib.de/de/forschung/projekte/cabol.html Projekt Caucasus Barcode of Life (CaBOL)
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