Studie IANUS Projekt zeigt, wie die MSCA Forschungskarrieren fördern und wo das Programm weiter gestärkt werden könnte
Eine Befragung von 1.604 Teilnehmenden an den Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen verdeutlicht den positiven Beitrag des Programms zu Forschungskarrieren, Mobilität und wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Zugleich zeigen die Ergebnisse Möglichkeiten auf, digitale Kompetenzen, Innovation, weiterführende Open-Science-Praktiken und die Zusammenarbeit außerhalb der Wissenschaft stärker zu unterstützen.
Die erste großangelegte Studie des EU-geförderten Projekts IANUS liefert neue Erkenntnisse darüber, wie Teilnehmende die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) erleben. Befragt wurden 1.604 Fellows, Betreuende sowie Projektkoordinatorinnen und -koordinatoren aus Projekten, die im Rahmen von Horizont 2020 und Horizont Europa gefördert wurden.
Die Studie untersucht, wie die MSCA die Kompetenzentwicklung, Zusammenarbeit, Forschungsergebnisse und berufliche Entwicklung fördern. Darüber hinaus betrachtet sie die Verbindungen zwischen MSCA-Projekten, der Entwicklung des Europäischen Forschungsraums und die EU-Missionen „Krebs“ und „Klimaneutrale und intelligente Städte“.
Steinbeis Europa Zentrum bringt die Ergebnisse in den europäischen Austausch ein
Als Projektpartner ist das Steinbeis Europa Zentrum für die Kommunikation, Verbreitung und Verwertung der Projektergebnisse sowie für die Ausarbeitung von Politikempfehlungen verantwortlich. Durch die gezielte Einbindung relevanter Stakeholder trägt es dazu bei, die Erkenntnisse aus IANUS sichtbar zu machen, aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren und langfristig für die Weiterentwicklung der MSCA nutzbar zu machen.
Dazu bringt das Steinbeis Europa Zentrum MSCA-Geförderte und Alumni mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und weiteren relevanten Netzwerken zusammen. In Workshops und Dialogformaten werden die Ergebnisse gemeinsam eingeordnet und in praxisnahe, evidenzbasierte Empfehlungen überführt.
Mobilität, Netzwerke und Weiterbildung als zentrale Stärken
Insgesamt berichten die Befragten von einem positiven Einfluss der MSCA auf ihre Forschungskarrieren. Internationale Mobilität, Zusammenarbeit und professionelle Netzwerke gehören zu den am häufigsten genannten Vorteilen. Die Mobilitätsförderung eröffnet Forschenden den Zugang zu neuen Arbeits- und Forschungsumgebungen, unterstützt ihre Kompetenzentwicklung und ermöglicht den Aufbau beruflicher Beziehungen, die über das ursprüngliche Projekt hinausreichen können.
Auch Weiterbildungen erweisen sich als Stärke des Programms. Fellows und Betreuende schätzen insbesondere die methodische Weiterentwicklung und das interdisziplinäre Lernen. Positiv bewertet wird zudem der Bottom-up-Ansatz der MSCA, der Forschenden und Konsortien die Freiheit gibt, eigene Forschungsideen zu entwickeln.
Zusätzliche Unterstützung könnte die langfristige Wirkung erhöhen
Neben diesen Stärken zeigen die Ergebnisse Bereiche auf, in denen zusätzliche Unterstützung die langfristige Wirkung des Programms weiter erhöhen könnte. Weiterbildungen zu Innovation und Kommerzialisierung, künstlicher Intelligenz, Softwareentwicklung und bestimmten überfachlichen Kompetenzen werden derzeit weniger systematisch angeboten.
Eine stärkere Berücksichtigung dieser Themen könnte Forschende dabei unterstützen, wissenschaftliche Ergebnisse in praktische Anwendungen zu überführen und sich auf ein breiteres Spektrum beruflicher Wege vorzubereiten.
Unterschiede bestehen auch bei der sektorübergreifenden Zusammenarbeit. Die Kooperation mit Partnern außerhalb der Wissenschaft ist besonders in netzwerkbasierten Programmen wie Doctoral Networks und COFUND verankert. Bei individuellen Fellowships hängt sie stärker von der Gasteinrichtung, bestehenden Netzwerken und der Relevanz externer Partner für das Forschungsthema ab. Administrative Anforderungen und begrenzte zeitliche Ressourcen wurden als mögliche Hindernisse genannt.
Grundlegende Open-Science-Praktiken wie Open-Access-Publikationen und Datenmanagementpläne sind inzwischen weit verbreitet. Weiterführende Praktiken zur Förderung der Reproduzierbarkeit, etwa die systematische Bereitstellung von Daten und Softwarecode oder die Präregistrierung von Studien, werden noch weniger einheitlich umgesetzt. Einfluss darauf haben unter anderem fachliche Standards, die institutionelle Infrastruktur, Fragen des geistigen Eigentums und die Art der verwendeten Daten.
Beiträge zu den EU-Missionen entstehen häufig indirekt
Viele MSCA-Projekte tragen durch ihre Forschungsthemen, Methoden und Netzwerke zu den Zielen der EU-Missionen bei, auch wenn sie nicht ausdrücklich an einer Mission ausgerichtet sind. Dies spiegelt den Bottom-up-Charakter der MSCA wider: Das Programm fördert in erster Linie wissenschaftliche Exzellenz und die berufliche Entwicklung von Forschenden. Die daraus entstehenden Arbeiten können zugleich zu europäischen politischen Zielen und gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen.
IANUS wird die Ergebnisse durch weitere Analysen, Fallstudien und die Einbindung relevanter Stakeholder vertiefen. Auf dieser Grundlage entwickelt das Projekt evidenzbasierte Empfehlungen dazu, wie die Wirkung der MSCA weiter gestärkt werden kann.
Die vollständigen Ergebnisse sowie weitere Projektinformationen sind auf der IANUS-Projektwebsite verfügbar.
Über IANUS
IANUS steht für „Integrative MSCA Achievements and Networks for Unified Strategies“. Das Horizont-Europa-Projekt untersucht, wie die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen zu Forschungskarrieren, zum Europäischen Forschungsraum und zu den EU-Missionen beitragen. Ziel ist es, erfolgreiche Ansätze und Bereiche für weitere Unterstützung zu identifizieren und evidenzbasierte Empfehlungen für die zukünftige Entwicklung des Programms zu erarbeiten. IANUS wird von der University of Agder in Norwegen koordiniert.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner
Ivan Buljan, Faculty of Humanities and Social Sciences, University of Split
ibuljan@ffst.hr
Projektkoordination
Marco Seeber, University of Agder
marco.seeber@uia.no
Pressekontakt
Luise Sanders, Steinbeis Europa Zentrum
luise.sanders@steinbeis
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Ivan Buljan, Faculty of Humanities and Social Sciences, University of Split
ibuljan@ffst.hr
Weitere Informationen:
https://ianusproject.eu/wp-content/uploads/IANUS_D4.1-Report-on-Results-and-Analysis-of-the-Survey.pdf - zum Bericht
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