„Leipzig kommt“-Preis der Via Oeconomica geht an SaxonQ GmbH
Die SaxonQ GmbH, ein Start-up der Universität Leipzig für mobile Quantencomputer bei Raumtemperatur, ist am Dienstagabend (27. Oktober 2026) mit dem „Leipzig kommt“-Preis der Via Oeconomica ausgezeichnet worden. Dieser Wirtschaftspreis wird gemeinsam von der Stadt Leipzig und dem Wirtschaftsverein Gemeinsam für Leipzig e.V. an junge, kreative und innovative Unternehmen sowie Start-ups vergeben, die frische wirtschaftliche Impulse für die Stadt Leipzig setzen.
Der Geschäftsführer von SaxonQ, Experimentalphysiker Prof. Dr. Marius Grundmann von der Universität Leipzig, nahm die Auszeichnung im Alten Rathaus gemeinsam mit SaxonQ-Mitgesellschafter Stephan Schuldt von beyond Rechtsanwälte entgegen.
„Als Geschäftsführer und jemand, der seit 26 Jahren an der Universität Leipzig die wissenschaftlich-technischen Grundlagen für den Erfolg der SaxonQ gelegt hat, macht es mich stolz und immer wieder demütig, die quantenmechanischen Entdeckungen von Werner Heisenberg und Felix Bloch in Leipzig jetzt und hier in höchst innovative industrielle Produkte umzusetzen“, sagt Professor Grundmann. Gemeinsam mit seinem Physikerkollegen Prof. Dr. Jan Meijer gründete er 2021 das Unternehmen SaxonQ aus der Universität Leipzig heraus. Das Start-up entwickelt mobile Quantencomputer auf Basis von Diamantchips und NV‑Zentren, die bei Raumtemperatur betrieben werden können, und beschäftigt heute 20 Mitarbeitende.
Im Zentrum des SaxonQ-Quantencomputers stehen die Quantenzustände einzelner Atome, die präzise in einen Diamantkristall eingebaut werden. Grundlage dieser Technologie ist die patentierte Diamant-Technologie mit NV-Zentren, bei denen das „N“ für Stickstoffatome und das „V“ für Vakanzen – Leerstellen im Diamantkristallgitter – steht. Diese Stickstoffatome sowie Kernspins in der unmittelbaren Umgebung im Nanometerbereich fungieren als die kleinsten Recheneinheiten des Quantencomputers, die sogenannten Qubits.
Diamant-Technologie industriell umgesetzt
Ausgehend von einem an der Universität Leipzig 2020 entwickelten Quantencomputer-Prototyp mit nur einem Qubit hat die SaxonQ die Diamant-Technologie in den vergangenen fünf Jahren industriell umgesetzt und nun Systeme mit bis zu 512 Qubits im Produktportfolio. „Das einzigartige unseres Quantencomputers ist, dass er ohne Vakuum oder Kühlung auskommt und daher als einzige Hardwareplattform miniaturisierbar und massentauglich ist“, erklärt Grundmann.
Kunden des jungen Unternehmens waren bisher hauptsächlich Forschungseinrichtungen, aber zunehmend auch KI-Rechenzentren, Firmen im Medizin-Bereich zur vertraulichen Verarbeitung von Patientendaten sowie Automobilunternehmen und Firmen aus dem Bereich Life Sciences. „Wir entwickeln uns zu Deutschlands wichtigster und innovativster Firma für Quantencomputing. Mit der bevorstehenden Investment-Runde werden wir die Entwicklung der Diamant-Technologie noch weiter beschleunigen und unsere Quantencomputer in die industrielle Anwendung bringen. Unser Augenmerk liegt darauf, künstliche Intelligenz als eine der Hauptanwendungen nicht nur schneller, sondern auch sicherer zu machen“, blickt Grundmann in die Zukunft.
Im vergangenen Jahr gewann SaxonQ den Sächsischen Staatspreis „Start-up des Jahres“. Ein Jahr zuvor wurde das Unternehmen gleich mehrfach ausgezeichnet: mit dem KfW Award Gründen Sachsen, dem IQ Innovationspreis Mitteldeutschland als Gesamtsieger, dem IQ Innovationspreis Leipzig und dem IQ Innovationspreis Cluster Informationstechnologie 2024.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Marius Grundmann
Universität Leipzig
Telefon: +49 341 97-32650
E-Mail: grundmann@physik.uni-leipzig.de
Weitere Informationen:
https://www.saxonq.com/
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