Universität Bielefeld erhält rund 778.000 Euro für MINT-Förderung
Die Universität Bielefeld erhält rund 778.000 Euro, um außerschulische Lernangebote in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) für Schüler*innen aufzubauen. Ina Brandes, NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft, hat dafür die Förderbescheide für acht neue Projekte an Professor Dr. Claas Wegner übergeben, der die Umsetzung in den teutolabs der Universität Bielefeld koordiniert. Die Förderung stammt aus der zdi-MINTplus.NRW-Linie, kofinanziert von der Europäischen Union.
Die Teams um Professor Dr. Claas Wegner an der Universität Bielefeld entwickeln Lernangebote, die Schüler*innen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern sollen. Sie machen aktuelle Forschung in Workshops, mobilen Formaten und digitalen Angeboten erlebbar für Schüler*innen – vor allem für bisher wenig erreichte Gruppen. Die Laufzeit der Projekte ist zwischen einem und zwei Jahren.
Die acht geförderten Projekte im Überblick:
• Im Workshop Mood Food simulieren Schüler*innen die Auswirkungen ihrer Ernährung auf ihr Darmmikrobiom. Sie lernen dabei auch, wie sich ihre Ernährung auf neurobiologische Prozesse auswirkt, etwa das eigene Stresslevel.
• Im Workshop City Science Investigation arbeiten die Teilnehmenden als Stadtdetektiv*innen mit Daten zu Luftqualität, Lärm und Hitze in Bielefeld. Sie lernen Messmethoden kennen und erarbeiten Verbesserungsvorschläge für den eigenen Alltag oder für ganze Stadtquartiere.
• Bei KI bewegt Jugend probieren Schüler*innen der Klassen 5 und 6 mit Roboter NAO sportliche Übungen aus. Sie erleben, wie Bewegung ihre körperliche und psychische Gesundheit stärkt. Im Netzwerk mit regionalen Schulen, zdi-Zentren und Jugendorganisationen wird dieses Angebot gerade bildungsbenachteiligten Schüler*innen zugänglich gemacht.
• Im Projekt Gene im Fokus lernen Schüler*innen-Gruppen der Sekundarstufen I und II wissenschaftliche Erkenntnisse aus Genetik, Evolution und Gesundheitswissenschaften kennen und arbeiten zu personalisierter Medizin oder Virusdiagnostik im Labor.
• Im Projekt Mental.Health.Lab lernen Schüler*innen in den Schülerlaboren teutolab-biologie, -medizin, -sport und -robotik der Universität Bielefeld, wie sie Stress und Emotionen mit Sensoren für Blickbewegungen, Hautreaktionen, Muskelaktivität, Herzrhythmus sowie Gesichts- und Stimmanalysen messen.
• Mit Road2MINT kommt ein mobiles Labor an verschiedene Orte in der Region und bringt Jugendlichen Energietechnologien mit Experimenten, Mikrocontrollern und leicht verständlichen Programmierumgebungen näher. Angesteuert werden Orte, an denen es bislang kaum entsprechende Angebote gab.
• Im Nutri.Lab untersuchen Schüler*innen Lebensmittel mit Methoden wie Kalorimetrie und Fotometrie und lernen dabei nicht nur etwas über gesunde Ernährung, sondern auch über Berufe in der Lebensmitteltechnik und Qualitätskontrolle.
• Digital Rangers eröffnet Jugendlichen mit Virtual- und Augmented-Reality Zugänge zu Natur und Ökosystemen und lässt sie in einer eigenen Werkstatt digitale Führungen und virtuelle Rundgänge gestalten.
Stimmen zu den acht neuen Projekten
Rektorin Professorin Dr. Angelika Epple:
„Unsere Schüler*innenlabore teutolabs bieten seit über 20 Jahren hervorragende Bedingungen für junge Menschen, um das Forschen auszuprobieren. Es ist uns ein Anliegen, gerade MINT-Themen erlebbar zu machen und Begeisterung bei den Fachkräften von morgen wecken.“
Professor Dr. Claas Wegner:
„Arbeiten im Labor, wissenschaftliche Messmethoden anwenden, Datensätze analysieren – das ist für Schüler*innen nicht alltäglich und bringt ihnen MINT-Kompetenzen etwa aus der Biologie, Mathematik oder Technik anders nahe als im Schulunterricht. Mit der umfangreichen Förderung können wir unsere Angebote ausbauen in enger Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen.“
Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen:
„Die Ausbildung junger Menschen zu qualifizierten Fachkräften ist DIE entscheidende Zukunftsfrage, ob wir unseren Wohlstand und unsere soziale Sicherheit werden halten und mehren können. Denn die großen Herausforderungen etwa des Klimawandels und der nachhaltigen Energieversorgung werden wir nur meistern, wenn wir jungen Menschen Lust auf MINT machen. Ich danke den vielen engagierten und erfahrenen Fachleuten in unseren zdi-Laboren, denen das ganz hervorragend gelingt. Und die Schülerinnen und Schüler kann ich nur ermutigen, jede Gelegenheit zu nutzen, Neues in Naturwissenschaften und Technik zu entdecken. Mit diesem Wissen werdet ihr beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben!“
Weitere Informationen:
https://www.uni-bielefeld.de/einrichtungen/teutolab/
https://www.efre.nrw/einfach-machen/foerderung-finden/zdi-mintplusnrw
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