Forschung Frankfurt: Landschaft verändert Evolution
Wie Gebirge oder Flussläufe das Entstehen von Arten beeinflussen, untersucht der Evolutionsbiologe und Umweltwissenschaftler Prof. Oskar Hagen anhand von Computermodellen. In der jetzt erschienenen Ausgabe des Magazins „Forschung Frankfurt“ erklärt der Experte, wie seine Modelle das „Nachspielen“ der Evolution von vielen Millionen Jahren ermöglichen und erste Prognosen für die Lebensvielfalt im Klimawandel geben. Weitere Beiträge von Forschung Frankfurt berichten über die Kanaren als Biodiversitätshotspots, nehmen das Aussterben des prähistorischen Hais Megalodon in den Blick oder schildern, wie globale Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen entwickelt werden.
FRANKFURT. Oskar Hagen ist Herr über Zeit und Raum – zumindest in seinen Computermodellen. Hier kann er Flussdeltas entstehen und Gebirge zu Ebenen werden lassen, und Millionen von Jahren schrumpfen zu Minuten an Rechenzeit. Warum gibt es – untypischerweise – am Oberlauf des Amazonas so viel mehr Fischarten als im Flussdelta? Warum sind im üppig grünen Kongobecken viel weniger Tier- und Pflanzenarten beheimatet als in den Regenwäldern Südostasiens oder Südamerikas? In der jüngsten Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ berichtet der Wissenschaftler, wie er und sein Team Computermodelle entwickeln, um die Mechanismen der Evolution besser zu verstehen – und wie sich damit auch Prognosen zum Beispiel für das Aussterben tropischer Fischarten bei steigenden Meerestemperaturen ableiten lassen. Das Thema Artensterben berührt ihn auch persönlich: „Jede Art wurde über viele Millionen Jahre hinweg durch die Evolution geformt. Das allein sollte uns demütig stimmen.“
Weitere Artikel von „Forschung Frankfurt“ handeln zum Beispiel von den Kanaren, auf denen sich in der Abgeschiedenheit vom Festland viele neue Pflanzenarten entwickelt haben – die besonders anfällig für einschleppte Kaninchen und Ziegen sind. In weiteren Texten erklären Forschende, wie man den Speiseplan des einstigen „Königs der Meere“, des riesigen Hais Megalodon, anhand seiner Zähne rekonstruieren kann und warum er ausgestorben ist. Weitere Forschungsgeschichten handeln davon, wie Finanz- und Biowissenschaftler der Goethe-Universität gemeinsam an der Entwicklung einer Umweltklassifikation etwa von DAX-Konzernen arbeiten und wie sie zur Schaffung globaler Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung beitragen.
Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2026) kann kostenlos bestellt werden über: presse@uni-frankfurt.de
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