Ordnung statt Programm für Wissenschaft und Wirtschaft
Leibniz-Präsident Christoph M. Schmidt mit Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet. Plädoyer für Vertrauensbildung durch Dialog mit der Gesellschaft.
Die Ludwig-Erhard-Stiftung hat den Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, Christoph M. Schmidt, gestern mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik 2026 ausgezeichnet. Der Preis zeichnet seit 1977 Persönlichkeiten aus, die durch publizistisches, wissenschaftliches oder gesellschaftliches Wirken die Ideen der Sozialen Marktwirtschaft stärken und in die öffentliche Debatte tragen.
In der Begründung der Preisjury heißt es: „Christoph M. Schmidt ist ein herausragender Ökonom, dessen fachliche Expertise, konstruktive Herangehensweise und differenzierte Argumentation sehr positiv wahrgenommen, anerkannt und geschätzt werden und Wirkung zeigen. Dies gilt sowohl innerhalb der wissenschaftlichen Community als auch im Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Politik und Wirtschaft, Medien und in die breitere Öffentlichkeit“, so die Jury-Vorsitzende und Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Universität Münster, Theresia Theurl. Die Laudatio auf Christoph M. Schmidt hielt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst.
In seiner Ansprache zur Preisverleihung plädierte Christoph M. Schmidt in Wissenschaft und Wirtschaft für eine Rückbesinnung auf Ludwig Erhards Prämisse Ordnung statt Programm: „Die Antwort ist kein weiteres Programm von oben, sondern ein verlässlicher Rahmen: leistungsfähige Infrastruktur, effiziente Förderstrukturen, Kapital zum Skalieren, weniger Bürokratie und gute Fachkräfte“, so der Leibniz-Präsident. Ökonominnen und Ökonomen hätten die Aufgabe, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen: „Dazu gehört, dass wir in Deutschland wieder das Erwirtschaften vor das Verteilen beziehungsweise das Umverteilen setzen müssen.“ Innovation gelinge zudem selten im Alleingang. Sie brauche Ökosysteme, in denen Hochschulen, Institute, Unternehmen und Gesellschaft direkt zusammenarbeiten. Transfer dürfe nicht auf Technologietransfer in die Wirtschaft verengt werden, da kein Hightech-Thema rein technisch sei. „Fehlen die Geistes- und Sozialwissenschaften, fehlt dem technologischen Fortschritt am Ende die gesellschaftliche Rückendeckung“, so Christoph M. Schmidt.
Für die Leibniz-Gemeinschaft leitete Christoph M. Schmidt daraus den Anspruch ab, Wissenschaft so zu gestalten, dass sie nützt und ihr die Menschen vertrauen können. Dazu wolle er die Kraft der Leibniz-Institute noch stärker in die Öffentlichkeit bringen und Forschung dorthin tragen, wo Menschen sie brauchen. Um das zu erreichen, solle sich Wissenschaft von vier Kerngedanken leiten lassen: Erklärungsbereitschaft, Ehrlichkeit, Unabhängigkeit und Verlässlichkeit sowie Dialogbereitschaft.
Ein weiterführender Namensbeitrag von Christoph M. Schmidt ist unter dem Titel „Ungeplante Erfolge ermöglichen“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 3. November 2026 erschienen. Der Text ist online verfügbar unter www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/organisation/praesident
Ein Pressefoto der Preisverleihung findet sich online unter www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/presseportal/pressefotos
Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft
Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 – 471
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