Karlshochschule feiert erfolgreichen Abschluss des EU-Projekts RE-DIRECTION mit Partnern aus der Ukraine und Georgien
Drei Jahre, 16 Partner, vier Länder: Die Karlshochschule International University hat das Erasmus+-Projekt RE-DIRECTION erfolgreich abgeschlossen – mit neuen Curricula und frei zugänglichen Online-Kursen für Hochschulen in der Ukraine und Georgien sowie 29 Politikempfehlungen, die gemeinsam mit dem ukrainischen und dem georgischen Bildungsministerium entstanden sind.
Die Karlshochschule International University hat als Koordinatorin das Erasmus+-Projekt RE-DIRECTION erfolgreich abgeschlossen. Die Europäische Union förderte das Vorhaben in der Programmlinie „Kapazitätsaufbau im Hochschulbereich“ von November 2023 bis Oktober 2026 mit rund 720.000 Euro.
Seit ihrer Gründung versteht sich die Karlshochschule als international vernetzte und gesellschaftlich engagierte Hochschule. Mit RE-DIRECTION hat sie gezeigt, dass auch eine kleine, gemeinnützige Hochschule ein großes europäisches Verbundprojekt einwerben und federführend leiten kann. Zum Konsortium gehörten 16 Partner aus der Ukraine, Georgien, Deutschland und Griechenland, darunter das ukrainische Ministerium für Bildung und Wissenschaft als Vollpartner und das georgische Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Jugend als assoziierter Partner.
Hochschulbildung unter Kriegs- und Krisenbedingungen
Ziel des Projekts war es, digitale, nachhaltige und inklusive Kompetenzen in bestehenden Studiengängen zu verankern und Fern- und Blended Learning für Hochschulen in Kriegs- und Krisenregionen tragfähig zu machen. Gemeinsam überarbeiteten die Partner 13 Curricula und entwickelten neun neue Kurse, die als frei zugängliche Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources) auf Englisch, Ukrainisch und Georgisch zur Verfügung stehen. Die Kurse funktionieren auch auf dem Smartphone und bei instabiler Verbindung. Das ist eine Grundvoraussetzung in der Ukraine, wo Luftalarm und Stromausfälle zum Alltag gehören, ebenso wie in abgelegenen Regionen Georgiens. Mehr als 400 Studierende haben die Kurse erprobt, knapp 95 Prozent bewerteten sie positiv.
„RE-DIRECTION zeigt, was eine kleine Hochschule mit einem großen Netzwerk leisten kann. Unsere Partner in der Ukraine haben unter Bedingungen gelehrt, die man sich hier kaum vorstellen kann – und wir haben gemeinsam unsere Ziele erreicht. Als europäische Partner haben wir extrem viel gelernt.“ – Prof. Dr. Robert Lepenies, Präsident der Karlshochschule
Zum Projekt gehörten außerdem ein Inclusive Guide mit 20 praktischen Werkzeugen für inklusive Lehre, fünf Trainings für Lehrende sowie eine Abschlusskonferenz am 15. Oktober 2026, zu der das ukrainische Bildungsministerium eingeladen hatte.
„Die Ziele des Projekts – Curricula weiterzuentwickeln und Nachhaltigkeit, Inklusion und digitale Transformation darin zu verankern – sind eine große Chance, und ich hoffe, dass die Hochschulen sehr davon profitieren. Digitale, inklusive und nachhaltige Bildung ist eine große Herausforderung, denn sie ist eng mit dem Leben der Studierenden verbunden – mit ihrem Studium, ihrem persönlichen Leben und der Vorbereitung auf eine bessere Zukunft“, sagt Maia Shukhoshvili, Leiterin der Abteilung Hochschulbildung im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Jugend Georgiens.
„Wir bilden Philologinnen und Philologen, Linguistinnen und Linguisten sowie Übersetzerinnen und Übersetzer aus. Das bringt durchaus Herausforderungen mit sich, aber wir arbeiten daran, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Inklusion an unseren Hochschulen voranzubringen“, sagt Prof. Dr. Tetiana Vysotska von der Dnipro University of Technology in Ukraine.
„Politik nicht übergeben, sondern gemeinsam gestalten“
Ein Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit mit der Politik: Gemeinsam mit dem ukrainischen und dem georgischen Bildungsministerium erarbeitete das Konsortium 29 Empfehlungen für inklusives und nachhaltiges Fern- und Blended Learning – von Notfallplänen für den Lehrbetrieb bis zum verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Mitte Oktober wurden sie mit Vertreterinnen und Vertretern der Ministerien und Hochschulen validiert.
„Das Besondere war, dass das ukrainische Bildungsministerium von Anfang an Partner im Projekt war“, erklärt Lisa Wiedemann, Projektleiterin an der Karlshochschule. „Die Empfehlungen wurden nicht am Ende übergeben, sondern Runde für Runde mit allen Partnern erarbeitet. Deshalb haben sie gute Chancen, in der Praxis anzukommen.“
Auch die beteiligten Ministerien betonen den Wert der europäischen Zusammenarbeit. „Das Projekt gibt den Universitäten die Möglichkeit, ihre Curricula und Kurse zu aktualisieren und den Lehrbetrieb besser und reibungsloser zu gestalten. Und es stärkt die Zusammenarbeit zwischen ukrainischen und europäischen Universitäten auf unserem Weg zur europäischen Integration“, sagt Serhii Shkabko, Leiter der Expertengruppe für europäische Integration im Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine.
Einen besonderen Schwerpunkt legte das Projekt zudem darauf, die georgischen Partnerhochschulen zu unterstützen, die von den Reformbestrebungen der autoritären Regierung in Tbilisi unmittelbar betroffen sind. Deshalb suchte das Konsortium gezielt den Dialog mit dem georgischen Bildungsministerium: Vertreterinnen des Ministeriums nahmen an allen vier Projekttreffen teil.
Über das Förderprogramm Erasmus+ „Kapazitätsaufbau im Hochschulbereich“
Mit der Programmlinie „Kapazitätsaufbau im Hochschulbereich“ (Capacity Building in Higher Education) fördert die Europäische Union im Rahmen von Erasmus+ Kooperationsprojekte zwischen Hochschulen in Europa und in Partnerländern weltweit. Ziel ist es, Hochschulsysteme zu modernisieren und ihre Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu stärken. Verwaltet werden die Projekte von der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA). Die Karlshochschule wurde in der Programmlinie erfolgreich gefördert.
Weitere Informationen: https://www.re-direction.org https://www.karlshochschule.de
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