Rindfleisch, Geflügel und Fisch landen wieder häufiger auf dem Tisch
Deutsche Betriebe produzierten im Jahr 2025 praktisch so viel Fleisch wie im Vorjahr, nämlich knapp 7,3 Millionen Tonnen. Auch die Milchproduktion mit 34 Millionen Tonnen und die Aquakulturproduktion mit rund 35.000 Tonnen blieben auf Vorjahresniveau. Die aktuellen Thünen-Steckbriefe zur Tierhaltung liefern neue Zahlen und Fakten rund um Produktion, Verbrauch und Export.
Braunschweig (5. November 2026). 33,99 Millionen Tonnen Milch wurden 2025 in Deutschland produziert. Damit bleibt Deutschland der größte Milchproduzent in der Europäischen Union. Insgesamt wurden 2025 in deutschen Betrieben 7,3 Millionen Tonnen Fleisch produziert. „Damit sehen wir im zweiten Jahr in Folge eine Stabilisierung der Produktion, während der Verbrauch von Fleisch im Jahresvergleich sogar noch einmal um gut vier Prozent gestiegen ist“, sagt Claus Deblitz. Der Wissenschaftler vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft ist seit Jahren federführend für die Erstellung der Steckbriefe zur Tierhaltung verantwortlich. In der deutschen Aquakultur setzte sich der seit 2017 schrittweise Rückgang der Fischproduktion weiter fort. Das Erntevolumen des Jahres 2025 belief sich auf rund 16.550 Tonnen Speisefisch. Die Miesmuschelproduktion legte im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zu.
Mit den Steckbriefen zur Tierhaltung liefern die Thünen-Forschenden jährlich aktuelle Zahlen zu Produktion, Verbrauch und Exporten in Deutschland. Die diesjährigen Steckbriefe berücksichtigen Daten bis zum Jahr 2025, in einzelnen Bereichen auch bis 2026. Damit bieten sie eine fachliche Basis für gesellschaftliche Diskussionen und politische Entscheidungsfindung zur Zukunft der Nutztierhaltung in Deutschland.
Schweinefleisch bleibt Nummer eins, Gesamtverbrauch steigend
Trotz der derzeitigen Krisenstimmung bleibt Schweinefleisch sowohl in der Produktion (knapp 60 Prozent) als auch im Verbrauch (47 Prozent) Nummer eins der Fleischarten und ist mit einem Anteil von 52 Prozent auch deutsches Fleisch-Exportgut Nummer eins. Lediglich beim Import liegt Schwein mit 28 Prozent knapp hinter Geflügelfleisch mit 33 Prozent.
Nach Jahren des Rückgangs stieg der Gesamtfleischverbrauch in Deutschland in den Jahren 2024 und 2025 erstmals wieder an. Er betrug 2025 rund 76 Kilogramm pro Kopf. Der menschliche Verzehr (ohne Knochen, Tierfutter und industrielle Verwertung) betrug 55 Kilogramm pro Kopf. Der Verbrauchszuwachs der letzten beiden Jahre geht aber hauptsächlich auf Geflügel- und Rindfleisch zurück. Auch Fisch und Meeresfrüchte waren im vergangenen Jahr wieder beliebter. Insgesamt stieg der Konsum im Jahr 2025 um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Fortgesetzter Strukturwandel
Der Strukturwandel der vergangenen Jahrzehnte setzte sich auch 2025 in Form von weniger Betrieben und steigenden Durchschnittsbeständen fort. Eine Ausnahme bildet die Legehennenhaltung. In diesem Sektor ist die Zahl der Betriebe gestiegen, die Durchschnittsbestände sind gesunken. Dies ist auf die Zunahme der Haltungsverfahren Freilandhaltung und Ökologische Erzeugung zurückzuführen, in denen die Bestände unterdurchschnittlich groß sind.
Auch in der Aquakultur setzte sich der seit einigen Jahren zu beobachtende Konzentrationsprozess in der Fischproduktion weiter fort. Vor allem der Salmonidensektor ist davon betroffen. Seit 2015 wurde hier ein Betriebsrückgang von rund 47 Prozent beobachtet. Das Produktionsvolumen sank im gleichen Zeitraum hingegen nur um zirka neun Prozent.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Claus Deblitz
Thünen-Institut für Betriebswirtschaft
claus.deblitz@thuenen.de
Originalpublikation:
https://www.thuenen.de/de/themenfelder/nutztierhaltung-und-aquakultur/nutztierhaltung-und-fleischproduktion-in-deutschland Dossier Nutztierhaltung und Fleischproduktion
Weitere Informationen:
https://www.thuenen.de/de/themenfelder/nutztierhaltung-und-aquakultur/haltungsverfahren-in-deutschland Dossier Haltungsverfahren in Deutschland mit Informationen zur konventionellen und ökologischen Tierhaltung in Deutschland
Ähnliche Pressemitteilungen im idw