Zehn Jahre Public Value Award: HHL und Partner küren die Start-ups des Jahrzehnts
Die HHL Leipzig Graduate School of Management und ihre Partner haben am 5. November in Leipzig die fünf Start-ups des Jahrzehnts gekürt: Skyseed, Too Good To Go, Coffee Circle, Coldplasmatech und Triqbriq. Vor mehr als 200 Gästen feierte der Public Value Award for Start-ups, den die HHL 2016 mitinitiierte, seinen zehnten Geburtstag. Seit dem Start gingen rund 2.000 Bewerbungen ein. Rund 85 Prozent aller Finalisten sind bis heute erfolgreich am Markt. 2027 öffnet sich der Award auch für Scale-ups.
Zum Jubiläum konnten sich alle rund 60 Finalistinnen und Finalisten der vergangenen zehn Jahre um den Titel bewerben. Die Jury wollte wissen: Wie haben die Unternehmen ihren Beitrag zum Gemeinwohl seit ihrer Teilnahme ausgebaut?
Gemeinwohl lässt sich messen: in fünf Dimensionen
Bewertungsgrundlage war die Public Value Scorecard. Sie stellt fünf Fragen: Löst das Start-up ein relevantes Problem? Agiert es aus gesellschaftlicher Sicht wirtschaftlich sinnvoll? Handelt es anständig? Stärkt es den Zusammenhalt? Verbessert es die Lebensqualität? Entscheidend ist, wie die Antworten zusammenwirken.
Vom Waldumbau bis zur Wundheilung: Das haben die Gewinner erreicht
Alle fünf Gewinner tragen den Titel „Start-up des Jahrzehnts“. Jedes würdigte die Jury zudem für eine Dimension der Scorecard:
- Aufgabenerfüllung: Skyseed aus Goslar hat seinen Umsatz seit der Teilnahme im Jahr 2024 nach eigenen Angaben etwa verdreifacht. Das Unternehmen wandelt Monokulturen inzwischen auch per Direktsaat vom Boden aus in klimaresiliente Mischwälder um.
- Anstand: Too Good To Go aus Berlin ist heute in 20 Ländern aktiv. Allein in Deutschland hat die App nach eigenen Angaben 90 Millionen Mahlzeiten vor der Verschwendung gerettet.
- Zusammenhalt: Coffee Circle aus Berlin gibt pro verkauftem Kilogramm Kaffee einen Euro an die Anbauregionen. Seit 2023 finanziert ein eigener Fonds Projekte lokaler Organisationen.
- Lebensqualität: Coldplasmatech aus Greifswald, Preisträger von 2016, hat seine Kaltplasmatherapie für chronische Wunden zu einem wissenschaftlich belegten Versorgungsansatz ausgebaut.
- Wirtschaftlichkeit: Triqbriq aus Stuttgart produziert sein kreislauffähiges Holzbausystem seit dem Sieg 2025 vollautomatisch und erschließt internationale Märkte.
Den Publikumspreis wählten die Gäste in der Kongresshalle am Zoo Leipzig live. Er ging an Coldplasmatech.
Gemeinwohl überzeugt Investoren
Zwei der fünf Gewinner berichten: Der Public-Value-Ansatz hilft ihnen im Gespräch mit Geldgebern, so etwa Triqbriq und Coffee Circle. Coldplasmatech gewann über den Award Kontakte zu Investoren.
„In der sozialen Marktwirtschaft hat jedes Unternehmen eine gesellschaftliche Aufgabe. Die Start-ups des Jahrzehnts zeigen, dass Gemeinwohl und Wachstum auch in jungen Unternehmen zusammengehen“, erklärt Festredner Prof. Dr. Michael Kaschke. Er war Vorstandsvorsitzender der ZEISS Gruppe und Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft.
Ab 2027: neuer Name, erweiterte Zielgruppe
Ab 2027 heißt der Preis Public Value Award for Entrepreneurship und öffnet sich auch für Scale-ups. Das sind junge Unternehmen, die bereits stark wachsen. „In dieser kritischen Phase der Unternehmensentwicklung werden neue Fragen der Gemeinwohlorientierung relevant“, begründet Prof. Dr. Timo Meynhardt den Schritt. Er ist Mitinitiator des Awards, Co-Juryvorstand und Inhaber des Dr. Arend Oetker Lehrstuhls für Wirtschaftspsychologie und Führung an der HHL. Wissenschaftlich erprobte Analyse- und Bewertungsmethoden sowie eine Zertifizierung sollen Unternehmen helfen, gemeinwohlorientiert zu wachsen. „Wir sind in einer Nische gestartet. Heute steht der Award für ein Zukunftsmodell der Wirtschaft“, so Meynhardt.
Der Public Value Award for Start-ups
wurde 2016 vom Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie und Führung der HHL gemeinsam mit EY initiiert. Seit 2021 wird er vom gemeinnützigen Verein Forum Gemeinwohl e.V. getragen. Ziel des Awards ist es, Gründer:innen auszuzeichnen, die mit ihren Geschäftsmodellen einen messbaren Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Die Bewertung erfolgt anhand der Public Value Scorecard, die die Dimensionen Aufgabenerfüllung, Lebensqualität, Zusammenhalt, Anstand und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt. Seit seiner Gründung haben sich rund 2.000 Start-ups für den Award beworben. Unterstützt wird die Initiative neben der HHL und EY auch von der Stadt Leipzig, SpinLab – The HHL Accelerator, Leipziger Messe, Grant Thornton, CMS, LF Gruppe sowie KSP Kommunikation & Werbung. Weitere Informationen unter https://www.publicvalueaward.de/
Die HHL Leipzig Graduate School of Management
ist eine universitäre Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht. Laut Financial Times-Ranking zählt sie zu den führenden internationalen Business Schools und erreicht global Top-Platzierungen in den Bereichen Karriereberatung, Alumni-Netzwerk und Gehalt nach Graduierung. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule Deutschlands ist die Ausbildung unternehmerisch denkender, verantwortungsbewusster und leistungsfähiger Führungspersönlichkeiten. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat die HHL 2025 zum siebten Mal in Folge als Gründerhochschule Nummer 1 in Deutschland ausgezeichnet. Aus der HHL sind in den letzten 30 Jahren über 550 Unternehmensgründungen hervorgegangen mit mehr als 40.000 Mitarbeitenden. Als erste deutsche private Business School wurde die HHL durch die international renommierte AACSB akkreditiert und erlangte diesen Qualitätsstatus seither fünf Mal in Folge. Mehr Daten zur HHL unter https://www.hhl.de/de/die-hhl/
Weitere Informationen:
https://www.publicvalueaward.de/ - Website des Public Value Award for Start-ups
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